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Neues Gesetz soll gesetzlich Versicherte entlasten | BR24

© dpa-Bildfunk/Jens Kalaene

Neues Gesetz soll Versicherte entlasten

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    Neues Gesetz soll gesetzlich Versicherte entlasten

    Die Kosten für die Krankenversicherung werden in den kommenden Jahren wohl weiter steigen. Die Große Koalition will nun per Gesetz verhindern, dass die Versicherten die steigenden Gesundheitskosten alleine schultern müssen.

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    Seit 2005 zahlen Arbeitnehmer höhere Beiträge an die gesetzlichen Krankenkassen als Arbeitgeber. Das will die Bundesregierung nun ändern: Ab 1. Januar 2019 soll der sogenannte Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern aufgeteilt werden. Die SPD erfüllt damit eines ihrer Kernanliegen aus den Koalitionsverhandlungen.

    Was bringt das neue Gesetz?

    Der Nutzen für gesetzlich Krankenversicherte lässt sich an einem einfachen Beispiel vorrechnen: Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 3.500 Euro muss momentan jeden Monat 290,50 Euro an die gesetzliche Krankenkasse abführen. Der Anteil des Arbeitgebers hingegen beträgt nur 255,50 Euro – eine Differenz von immerhin 35 Euro. Bei diesen 35 Euro handelt es sich um den Zusatzbeitrag.

    Warum gibt es den Zusatzbeitrag?

    Der allgemeine Beitragssatz für die gesetzliche Krankenkasse beträgt 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Davon übernimmt die eine Hälfte der Arbeitgeber, die andere Hälfte zahlt der Arbeitnehmer.

    Einige gesetzliche Krankenkassen kommen aber nach eigenen Angaben mit dem allgemeinen Beitragssatz nicht aus und erheben einen Zusatzbeitrag. Der liegt in diesem Jahr durchschnittlich bei einem Prozent. Bei einem Bruttoeinkommen von 3.500 Euro sind das 35 Euro.

    Wenn ab 1. Januar 2019 das neue Gesetz in Kraft tritt, müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch diesen Zusatzbeitrag teilen. Bei 3.500 Euro brutto sind das 17,50 Euro im Monat.

    Entlastungen auch für geringverdienende Selbstständige

    Auch geringverdienende Selbstständige wie beispielsweise Kioskbesitzer oder Taxiunternehmer sollen von dem neuen Gesetz profitieren. Bislang zahlen hauptberuflich Selbstständige ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung auf Basis einer Mindestbeitragsbemessungsgrundlage, auch wenn ihre tatsächlichen Einkommen niedriger sind.

    Diese Bemessungsgrundlage und damit auch der Mindestbeitrag sollen halbiert werden, für das Jahr 2018 auf 1141,88 anstatt 2283,75 Euro im Monat. Das ergibt einen Mindestbeitrag von 171,28 Euro.