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Neuer Streik bei Amazon in Graben bei Augsburg | BR24

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Die Streikwelle der Amazon-Beschäftigten hat den Standort Graben erreicht. Mit Beginn der Frühschicht hat die Gewerkschaft Verdi zum Arbeitskampf für mehr Geld aufgerufen.

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Neuer Streik bei Amazon in Graben bei Augsburg

Kaum ist Weihnachten vorbei, erreicht die Streikwelle der Amazon-Beschäftigten nun auch den Standort in Graben. Mit Beginn der Frühschicht ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nun auch dort zum Arbeitskampf auf.

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Am ersten Arbeitstag nach Weihnachten erreicht die Streikwelle der Amazon-Beschäftigten nun auch den Standort des Unternehmens in Graben. Nach den Streikaktionen bei Amazon in Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne, Leipzig und Koblenz kurz vor Weihnachten, ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nun auch am Standort in Graben bei Augsburg zum Arbeitskampf auf. Nach Angaben der Gewerkschaft haben rund 300 Mitarbeiter die Frühschicht bestreikt, bis zum Abend sollen weitere 200 Beschäftigte in den Ausstand gehen. Der Standort hat zurzeit ca. 1.800 Beschäftigte.

Streik für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen

Die Gewerkschaft fordert eine bessere Bezahlung und kritisiert, dass die Belegschaft von Amazon durch die Arbeitsbedingungen unter enormen Druck gesetzt werde. Viele Beschäftigte seien krank in die Weihnachtsfeiertage gegangen. Um dem Streik Nachdruck zu verleihen, hat Verdi den Ausstand verlängert. Ursprünglich sollte nur bis Samstagabend (28.12.) gestreikt werden, inzwischen ist der Ausstand bis zum 31.12. (Ende der Spätschicht) verlängert worden.

Amazon weist Kritik zurück

Auf Anfrage des BR hat ein Firmensprecher die Kritik an der hohen Arbeitsbelastung in der Vorweihnachtszeit zurückgewiesen. Man bereite sich sehr frühzeitig auf die Weihnachtssaison vor, dazu würden Saisonarbeitskräfte die Stammbelegschaft unterstützen. Spezielle Gesundheitsmanager würden an allen Logistikzentren für ein gesundes Arbeitsumfeld sorgen. Trotz des Streiks gebe es derzeit, nach aussage des Sprechers, keine Auswirkungen auf die Auslieferungen am Logistikzentrum Graben.

Tarif der Logistikbranche

Schon seit sechs Jahren fordert die Gewerkschaft Verdi, dass die Beschäftigten nach den Tarifbedingungen des Einzelhandels gezahlt werden und nicht nach den Vereinbarungen der Logistikbranche, denn die zahlt im Schnitt weniger.

Amazon betont immer wieder, am oberen Ende des Branchenüblichen in der Logistik zu zahlen. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert außerdem regelmäßig die Arbeitsbedingungen bei Amazon. In der jüngsten Mitteilung schreibt Verdi von immensem Druck auf Mitarbeiter, ständiger Leistungsverdichtung und von permanenten Kontrollen.

Verdi strebt Tarifvertrag an

Der finanzielle Aufwand, mit dem Amazon versuche, den Streiks die Wirkung zu nehmen, seien nicht mehr zu verstehen, so Sylwia Lech, Verdi-Streikleiterin in Graben. Mittlerweile wäre es kostengünstiger, mit Verdi über den Abschluss eines angemessenen Tarifvertrages zu verhandeln, heißt es von Verdi-Seite weiter. Mit der flexiblen Streikstrategie versuche man nun, den Druck auf den Konzern zu erhöhen.