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Neuer BMW-Chef - diese Aufgaben erwarten Oliver Zipse | BR24

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Den neuen BMW-Chef Oliver Zipse erwartet eine Reihe von Baustellen: Die Verkäufe stagnieren, die Rendite schwächelt, und bei der Elektromobilität hinkt BMW hinterher. Dazu die Zollpolitik von Donald Trump. Viele Herausforderungen für "den Neuen".

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Neuer BMW-Chef - diese Aufgaben erwarten Oliver Zipse

Den neuen BMW-Chef Oliver Zipse erwartet eine Reihe von Baustellen: Die Verkäufe stagnieren, die Rendite schwächelt, und bei der Elektromobilität hinkt BMW hinterher. Dazu die Zollpolitik von Donald Trump. Viele Herausforderungen für "den Neuen".

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Die Wahl kommt nicht überraschend. Der bisherige Produktionsvorstand Oliver Zipse hatte einfach die besten Karten und galt als Favorit, um die Nachfolge des scheidenden Vorstandschefs Harald Krüger anzutreten. Der Topmanager gilt als kompetent und durchsetzungsstark. Die beiden Großaktionäre des Autoherstellers Quandt und Klatten schätzen zudem interne Lösungen, wenn es um die Frage des Chefsessels geht, und Zipse hat sein gesamtes Berufsleben bei BMW verbracht, wie der Aufsichtsratschef Norbert Reithofer hervorhob. Er lobte den 55-Jährigen als führungsstarken Strategen und Analytiker.

BMW setzt auf Kontinuität

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz beobachtet das Unternehmen schon seit langem, die Aktionärsschützerin hat die Entscheidung begrüßt:

"Damit setzt BMW auf Kontinuität. Auf der anderen Seite ist das der Mann, der die Produkte kennt und weiß, was man tun muss, um in der ersten Liga zu spielen." Daniela Bergdolt , Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Außerhalb von BMW und der Autobranche ist Zipse kaum bekannt. Von ihm war bisher wenig in der Öffentlichkeit zu hören. Wenn, dann sprach er eigentlich öffentlich nur über Werke, Produktion und Modelle. Auch jüngst bei der Werkseröffnung in Mexiko äußerte sich der Topmanager erst auf Nachfrage von Journalisten zum Handelsstreit zwischen den USA und China und die Folgen für BMW:

"Das ist zu diesem Zeitpunkt sehr spekulativ, wie es da weitergeht. Wir würden uns ungerne an Spekulationen beteiligen. Wir sehen aktuell keinen Grund, unsere Pläne zu ändern." Oliver Zipse

Von USA nach China

Der Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer geht allerdings davon aus, dass sich das schon bald ändern wird. Seiner Meinung nach macht US-Präsident Donald Trump spätestens im Herbst seine Drohungen wahr und überzieht die Autoindustrie mit Strafzöllen.

"Das wird BMW vor große Probleme in den USA stellen. Deshalb muss man jetzt schon daran denken, das System so umzustellen, dass man in Amerika das Werk verkleinert und in China die Produktion ausbaut. Der Markt dort steckt zwar gerade in der Rezession, der Automarkt ist schwer, aber in Zukunft werden dort mehr Fahrzeuge gebaut." Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte

Harte Zeiten für Autobauer

Für die Autoindustrie insgesamt ist der Wind deutlich rauer geworden. Weltweit gehen die Autoverkäufe zurück, die Zeiten der Rekordabsätze und -gewinne sind vorbei, zuletzt musste Daimler zwei Gewinnwarnungen innerhalb weniger Wochen aussprechen, und auch bei BMW sinken Gewinne und Dividende - und das in einer Zeit, in der die Hersteller massiv in neue Technologien investieren, allen voran in die Elektromobilität:

"Also, in den nächsten fünf Jahren wird die Industrie komplett umgekrempelt. Tesla hat das Rennen vorgegeben. VW ist jetzt mit viel Mut nach vorne gegangen. BMW muss offener werden, BMW muss schneller werden. Der Hersteller hat gute Chancen, es ist eine erfolgreiche und starke Marke. Jetzt gilt es, die nächsten fünf Jahre zu meistern, die schlechte Gewinne bringen werden und hohe Investitionen erfordern. Dazu muss man offen sein, auch für Kooperationen mit anderen Unternehmen." Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte

Kooperationen und Kostensenkungen

BMW hat bereits auf die neuen Herausforderungen reagiert und ist zahlreiche Kooperationen eingegangen, auch mit dem schärfsten Konkurrenten Daimler. Daneben versucht die Geschäftsführung, die Kosten deutlich zu senken. Der neue Chef Oliver Zipse hat dabei offensichtlich die Unterstützung der Belegschaft. So erklärte der Gesamtbetriebsratschef Manfred Schoch, dass man die gute Partnerschaft zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung fortsetzen will

Der bisherige BMW Chef Harald Krüger hatte vor zwei Wochen dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass er für eine zweite Amtszeit nicht mehr zu Verfügung steht. Er scheidet nun am 15. August aus dem Amt aus.

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BMW bekommt einen neuen Konzernchef: Oliver Zipse, bisher Produktionsvorstand, wird ab Mitte August auf dem Chefsessel Platz nehmen. Auf ihn warten eine ganze Reihe von Baustellen.