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Neuer Abgastest könnte Kfz-Steuer in die Höhe treiben | BR24

© Felix Lincke, BR

Ab September gilt die neue Version des Abgastests. Autokäufer könnten wieder warten müssen, bis die Autos den Test bestanden haben.

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Neuer Abgastest könnte Kfz-Steuer in die Höhe treiben

Bei einigen Neufahrzeugen hat sich bereits die Kfz-Steuer erhöht, weil Abgastests einen höheren Verbrauch ergeben haben. Ab September wird das Testverfahren strenger. Das könnte die Kfz-Steuer erneut erhöhen.

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Die Abgastests wurden letztes Jahr für viele deutsche Autohersteller und ihre Kunden zum Problem: Neufahrzeuge, die ihn nicht bestanden hatten, durften monatelang nicht verkauft werden. Außerdem stieg die Kfz-Steuer für viele Neufahrzeuge, weil mehr Treibstoffverbrauch gemessen wurde.

Bei dem sogenannten WLTP-Abgastest (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) handelt es sich um ein einheitliches Messverfahren zur Bestimmung von Abgasemissionen, das unter anderem von den Vereinten Nationen entwickelt wurde. Ab September 2019 gilt ein neues Testverfahren.

Autobranche beruhigt: Diesmal CO2-Werte im Griff

Vor einem Jahr gab es noch zu wenige Prüfstände für das neue EU-weite Verfahren. Doch diesmal wollen die Autohersteller beim neuen WLTP-Test alles im Griff haben. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) beruhigt:

"Die meisten Änderungen sind nur Korrekturen, Klarstellungen und Verbesserungen. Der VDA rechnet nicht mit signifikanten Freigabeverzögerungen wie im vergangenen Jahr." Verband der Automobilindustrie (VDA)

Auch BMW will die Kundschaft beruhigen: Alle Typgenehmigungen habe man bereits in der Tasche. Auch bei Audi seien fast alle Ausstattungsvarianten schon zugelassen.

Das ändert sich beim neuen Abgastest

Alle Neufahrzeuge müssen schon länger die CO2-Grenzwerte auch in einem Test auf der Straße einhalten. Doch nun kommen weitere Anforderungen hinzu:

  • So sollen die Fahrzeuge jeder Autokundin und jedem Autokunden den individuellen Verbrauch anzeigen. Ein Schiebedach oder die Breite der Reifen können den Unterschied machen.
  • Ab September 2019 gibt es bei den Messungen noch weniger Toleranz.
  • Außerdem werden die Dokumentationsvorschriften schärfer: Wie viel Benzin aus dem Tank verdunsten kann, müssen die Autobauer zum Beispiel zwei Tage lang prüfen.
  • Zudem müssen sie mit Stichproben nachweisen, dass ihre Fahrzeuge die ursprünglichen Werte auch nach fünf Jahren im Betrieb noch einhalten.

Kfz-Steuer könnte mit neuen Tests steigen

Bei einigen Neufahrzeugen hat sich bereits die Kfz-Steuer erhöht, weil die neuen Tests einen höheren Verbrauch ergeben haben. Und auch jetzt könnte es Konsequenzen für die Autofahrer geben: Denn ein höherer Treibstoffverbrauch bedeutet auch eine höhere Kfz-Steuer. Wer sich also ein neues umweltfreundlicheres Nachfolgemodell kauft, zahlt eventuell deutlich mehr Kfz-Steuer. Das Bundesfinanzministerium rechnet mit einem Plus durch die Kfz-Steuer von insgesamt 1,1 Milliarden bis 2022. Von der Änderung sind aber nur erstmals zugelassene Personenkraftwagen betroffen.

Kritik an den hohen Auflagen

Der ADAC kritisiert die vielen neuen Zulassungsformen für Diesel der Euro-Norm 6, für die es inzwischen acht Varianten gibt. Das sei nicht nur aufwändig für Hersteller, sondern auch verwirrend für die Verbraucher.