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Neue Vorwürfe gegen Zahlungsabwickler Wirecard | BR24

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Die Zentrale des Zahlungsdienstleisters Wirecard in Aschheim bei München.

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    Neue Vorwürfe gegen Zahlungsabwickler Wirecard

    Bekommt der Zahlungsdienstleister Wirecard neuen Ärger? Laut Medienberichten soll das Unternehmen an betrügerischen Trading-Websites mitverdient haben. Es sollen sogar Klagen drohen. Doch Wirecard widerspricht den Vorwürfen.

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    Kaum scheinen die Vorwürfe der "Financial Times" gegen Wirecard in Singapur ausgestanden, gibt es wieder einen kritischen Artikel – diesmal vom "Handelsblatt". Die Aktien des Online-Zahlungsabwicklers verloren daraufhin etliche Prozent und waren sogar Schlusslicht im Dax.

    Betrügerische Börsengeschäfte via Wirecard abgewickelt?

    Dem Bericht zufolge haben betrügerische Internet-Börsenhändler wie "Option888" über Konten bei Wirecard Gelder von Kunden für hoch riskante Geschäfte eingesammelt. Das Geld sei aber nie investiert worden, sondern in dunklen Kanälen verschwunden.

    Wirecard sollen Klagen drohen

    Laut "Handelsblatt"-Artikel ist Wirecard im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen betrügerische Online-Börsenhändler ins Visier der Behörden geraten. Dem Zahlungsabwickler sollen nun zivilrechtliche Klagen drohen. Das Unternehmen weist das aber zurück – in einer Stellungnahme heißt es: Niemand würde gegen Wirecard in diesem Fall vorgehen. Wirecard habe sich außerdem bereits von dem Online-Börsenhändler getrennt.

    "Aufgrund unseres Risikomanagements wurde der Kunde frühzeitig aktiv gekündigt. Sollte ein Verstoß eines Kunden gegen gesetzliche, aufsichtsrechtliche oder interne Vorschriften bekannt werden, werden entsprechend sofortige Maßnahmen ergriffen und die Geschäftsbeziehung beendet." Stellungnahme von Wirecard

    Alle Kunden werden nach Wirecard-Angaben vorab nach dem Geldwäschegesetz überprüft und laufend überwacht.

    Wirecard schon länger unter Medien-Druck

    Berichte der "Financial Times" über angeblich gefälschte Bilanzen von Wirecard in Singapur hatten die DAX-Aktie zu Jahresbeginn in heftige Turbulenzen gestürzt.

    Das ging sogar soweit, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin aufgrund der massiven Kursschwankungen bei Wirecard einen Flächenbrand befürchtete. Die Schwankungen der Aktie seien "eine ernstzunehmende Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland", hieß es in einer Verfügung der obersten Wertpapieraufseherin Elisabeth Roegele im Februar. Die Kursschwankungen hätten zu "massiven Unsicherheiten an den Finanzmärkten" geführt.

    Spekulanten profitierten von Vorwürfen gegen Wirecard

    Von Kursabstürzen nach ähnlichen Veröffentlichungen profitierten in der Vergangenheit Investoren, die sogenannte "Leerverkäufe" durchgeführt hatten. Die Spekulanten haben dabei Aktien, die sie zum Zeitpunkt der Transaktion noch gar nicht wirklich besaßen, wieder verkauft.

    Kanzlei hatte Wirecard entlastet

    Eine Prüfung durch die Anwaltskanzlei Rajah & Tann hatte ergeben, dass lediglich kleinere Bilanzpositionen für 2017 korrigiert werden müssten. Keine illegalen Geschäfte, keine Korruption. Es gebe auch keine Anhaltspunkte für Straftaten in der deutschen Konzernzentrale. Damit sieht der Zahlungsabwickler Wirecard aus Aschheim bei München den Vorwurf von Korruption und Bilanzfälschung in Singapur entkräftet.

    Wirecard ist stetig gewachsen, mit namhaften Kunden aus aller Welt, die ihre Online-Geschäfte über den Dienstleister aus Aschheim abwickeln.