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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Armin Weigel

Nach vier Monate langen Verhandlungen und einigen Warnstreiks hat die bayerische Metall- und Elektroindustrie heute eine Einigung erzielt. Für die rund 840.000 Beschäftigten gelten im Wesentlichen die gleichen Abmachungen wie in Nordrhein-Westfalen.

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Neue Tarife: Bayerische Metall- und Elektroindustrie einigt sich

Nach vier Monate langen Verhandlungen und einigen Warnstreiks hat die bayerische Metall- und Elektroindustrie heute eine Einigung erzielt. Für die rund 840.000 Beschäftigten gelten im Wesentlichen die gleichen Abmachungen wie in Nordrhein-Westfalen.

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Von
  • Birgit Harprath

Auch wenn es in den letzten Monaten heiß hergegangen ist, nach der heutigen Einigung zeigen sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie versöhnlich.

Grundsätzlich sieht der Abschluss für die bayerischen Betriebe sehr ähnlich wie das Modell in Nordrhein-Westfalen aus. Der Pilotabschluss von NRW wird übernommen, aber nicht eins zu eins abgeschrieben. So erhalten die Beschäftigten in diesem Jahr 500 Euro als Prämie – Auszubildende 300 Euro.

Jährliche Sonderzahlung statt Lohnsteigerung

Eine lineare Lohnsteigerung gibt es zwar nicht, aber eine jährliche Sonderzahlung. Für das Jahr 2022 beträgt diese 18,4 Prozent eines Monatsentgeltes, ab 2023 dann 27,6 Prozent. Die Zahlung kann auch für einen Teillohnausgleich genutzt werden, wenn Firmen wegen der schlechten Lage die Arbeitszeit bis auf 32 Wochenstunden verkürzen müssen. Die bayerische Variante des Abschlusses sieht auf Wunsch der Betriebsgremien vor, dass die Tarifparteien über Zukunftsverträge verhandeln. Und sie stellt Dual-Studierende etwas besser als in NRW. Sie sollen nach Abschluss der Ausbildung beim Arbeitgeber übernommen werden.

Zufriedenheit bei Arbeitgebern und Gewerkschaften

Angelique Renkhoff-Mücke, die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, lobt, dass der Abschluss alle Firmen berücksichtigt, auch diejenigen, die wegen der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten stecken. Und auch die Arbeitnehmerseite ist zufrieden. Besonders glücklich ist IG Metall-Chef Johann Horn, dass über die Einmalzahlungen eine Einigung beim Thema Teillohnausgleich bei kürzeren Arbeitszeiten gelungen sei.

Der Tarifvertrag gilt nun bis September 2022, spätestens dann werden sich die Beteiligten erneut zu Verhandlungen treffen.

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