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E-Autofahrer beim Stromtanken an einer Ladesäule
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E-Autofahrer beim Stromtanken an einer Ladesäule

Vom 1. April an sollen E-Autofahrer genau wissen, wie viel Strom sie wirklich laden - und auch nur den bezahlen müssen. Bisher sind an Ladesäulen Minutenpreise die Regel, also zeitbasierte Tarife. Die stehen jetzt vor dem Aus. Ladesäulenbetreiber müssen nun Messgeräte einbauen, die genau nach Kilowattstunde abrechnen.

Das ändert sich für E-Autofahrer beim Stromtanken

Dem BR versichert das Bayerische Wirtschaftsministerium, E-Autofahrer hätten einen großen Vorteil: Endlich keine undurchsichtigen Zahlungen an der Stromzapfsäule mehr.

"Wenn in Zukunft alle Ladesäulen eichrechtskonform sind, werden E-Auto-Besitzer den Vorteil haben, dass die E-Ladesäulen geeicht sind und an allen E-Ladesäulen einheitlich nach dem gleichen System abgerechnet wird, also nach der Strommenge. Es herrscht Transparenz und Vergleichbarkeit, so wie es der Autofahrer von den herkömmlichen Tankstellen her gewohnt ist." Anton Preis, Bayerisches Wirtschaftsministerium

Auch der Bundesverband der Verbraucherzentrale fordert die Kilowattstunden-genaue Abrechnung:

"Wenn ich vorher weiß, was mich eine Kilowattstunde kostet, dann kann ich genau kalkulieren: Mein Auto ist halb leer, ich tanke 10 Kilowattstunden und ich weiß am Ende genau, was ich zahlen muss, wenn mein Auto voll ist. Das ist heute bei diesen sehr intransparenten Preismodellen noch nicht der Fall." Gregor Kolbe, Bundesverband Verbraucherzentrale

Ladesäulenbetreiber: "Für Kunden könnte es teurer werden"

Weil die Ladesäulen durch neue Messgeräte teurer werden, könnte das schlussendlich auch der Kunde zu spüren bekommen. Davor warnt Anton Achatz, Betriebsleiter der Firma E-Wald GmbH. Er betreibt eine Ladestation in Straubing und beschreibt dem Bayerischen Rundfunk das Problem:

"Bis jetzt sind nur einige wenige Messgeräte-Hersteller durch den Prozess. Dadurch wird der Preis für eichrechtskonforme Gleichstromstationen teurer. Wir wissen noch nicht exakt, wie viel die Umrüstung je Hersteller kosten wird. Außerdem gibt es Ladestationen, die wir aufgrund der Bauart gar nicht umrüsten können." Anton Achatz, Ladesäulenbetreiber aus Niederbayern

Umrüstung kann teuer werden

Die Betreiber von Ladesäulen sind auch deshalb kritisch, weil sie für die Umrüstung viel Geld in die Hand nehmen müssen. Für die Gleichstrom-Ladesäulen, bei denen das Laden im Vergleich zu Wechselstrom-Ladesäulen deutlich schneller geht, gebe es nicht viele geeignete Messgeräte. Die wenigen Hersteller könnten die Preise nach oben treiben, so die Angst des Ladesäulenbetreibers. Das würde auch wieder die Unsicherheit bei Investoren vergrößern.

"Die Einrechtsdiskussion sorgt für Unruhe im Markt. Bei den Herstellern, aber eben auch bei den Investoren - ihnen geht es zum Beispiel um die Rechtssicherheit und die Frage: Welche Preisgestaltung gibt es mit der neuen Regel?" Anton Achatz, Ladesäulenbetreiber aus Niederbayern

Noch müssen E-Autofahrer weiter auf genaue Abrechnungen an Ladesäulen warten. Denn die Betreiber der Ladestationen brauchen noch Zeit für die Umrüstung. Derzeit handeln die Eichbehörden mit den Betreibern der Ladesäulen individuelle Übergangsfristen aus.