Zurück zur Startseite
Wirtschaft
Zurück zur Startseite
Wirtschaft

Neue EU-Grenzwerte machen Öko-Busse attraktiver | BR24

© pa

Bus mit Elektroantrieb

Per Mail sharen

    Neue EU-Grenzwerte machen Öko-Busse attraktiver

    Nach langem Ringen haben sich die Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten auf verbindliche CO2-Grenzwerte für Lkw und Busse geeinigt. Einige Städte in Deutschland setzen derweil auf Elektro- und Wasserstoff-Antriebe im Busverkehr.

    Per Mail sharen

    Was für Autos und kleine Lkw schon lange gilt, hat die EU jetzt zum ersten Mal auch für schwere Lastwagen und Busse vereinbart: nämlich verbindliche CO2-Grenzwerte. Ab 2025 sollen Neufahrzeuge 15 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid in die Luft blasen als heute, ab 2030 ist rechtsverbindlich ein Minus von 30 Prozent vorgesehen. Diese neuen Standards seien ein wichtiger Schritt, die europäischen Klimaschutzziele zu erreichen, heißt es bei der EU-Kommission.

    "Die Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 um mindestens 40 Prozent ist unser Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel, so wie es im Vertrag von Paris vorgesehen ist." Margaritis Schinas, Sprecher EU-Kommission

    LKW-Hersteller kritisieren EU-Grenzwert-Regelung

    Die Hersteller von LKW sehen die EU-Grenzwerte skeptisch. Sie haben das Vorhaben bereits im Vorfeld als zu ehrgeizig bezeichnet. Mit heutiger Technologie sei eine Senkung erst um 7, dann um 16 Prozent realistisch. Anders sehen es die europäischen Grünen. Obwohl die Einigung ein großer Erfolg sei, hätten diese sich strengere Vorgaben gewünscht und werfen der deutschen Regierung gar Blockade vor.

    Regelung soll Vorteile für alle Europäer bringen

    Die EU-Kommission bezeichnet die verbindlichen Grenzwerte für schwere LKW und Busse als einen ambitionierten und ausgewogenen Kompromiss. Hierdurch können Spediteure nicht nur Kraftstoff einsparen. Auch der Ausstoß von CO2- und Treibhausgasen auf europäischen Straßen soll so verringert werden.

    Laut den europäischen Grünen würde die Produktion sauberer Motoren nicht nur für ein besseres Klima sorgen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen. Ob die Vertreter im Europaparlament und die Mitgliedsstaaten diese Vorteile ebenso sehen, wird sich zeigen. Hier muss die Einigung noch bestätigt werden.

    "Es hat kräftig Widerstand gegeben, aus einer ganzen Reihe von Ländern, natürlich auch aus Deutschland. Aber dass es gelungen ist, zum ersten Mal CO2-Standards für Lkw festzulegen, und gleichzeitig Null-Emissions-Fahrzeuge zu fördern, das ist ein klares Signal an die Adresse der europäischen Hersteller, welcher Weg der Richtige ist, und dass Innovation in Europa zu sauberen Lastwagen auf den Straßen führt." Bas Eickhout, Klimaexperte der europäischen Grünen

    Mehr E-Busse in Großstädten

    Bis die neuen Fahrzeuge auf dem Markt sind, setzen einige deutschen Großstädte auf Alternativen, auch um Dieselfahrverbote zu umgehen. So soll die Zukunft des Busverkehrs in Großstädten wie Mainz und Wiesbaden beispielsweise elektrisch sein. Frankfurt möchte bis dahin beinahe sämtliche Diesel-Busse aus dem Verkehr ziehen und stattdessen auf E-Busse setzen.

    Hohe Investitionen für Umstieg auf E-Busse

    Mit Investitionen von 1,9 Millionen Euro ging die erste Flotte, bestehend aus fünf E-Bussen in Frankfurt im Dezember 2018 in Betrieb. Insgesamt wird die Abschaffung der Diesel-Busse die Stadt zwischen 160 bis 170 Millionen Euro kosten.

    Mit Hilfe von Fördermitteln der EU sollen in diesem Sommer die ersten Busse mit Wasserstoffantrieb angeschafft werden. Diese werden ebenfalls von einem Elektromotor angetrieben, der Strom wird jedoch an Bord von Brennstoffzellen mit Wasserstoff erzeugt. Allerdings kosten im Vergleich zu Diesel-Bussen Wasserstoff-Busse in Anschaffung und Kraftstoff vier Mal so viel.

    Mehr zum Thema
    • Klimaschutz: EU einigt sich auf CO2-Vorgaben für Lkw
    • Ausstoß von Treibhausgasen in Bayern hat zugenommen
    Autor
    • Felix Lincke
    Schlagwörter