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Negativzinsen und Gebühren: Das sollten Verbraucher jetzt wissen | BR24

© dpa-Bildfunk/Julia Müller

Ein Mann schiebt seine Bankkarte in den Geldautomaten.

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    Negativzinsen und Gebühren: Das sollten Verbraucher jetzt wissen

    Negativzinsen und neue Gebühren: Immer mehr Banken geben die Kosten, die ihnen durch die Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank entstehen, an ihre Kunden weiter. Doch die können reagieren.

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    Viele Bankkunden wissen oft gar nicht, welche Gebühren Sie für ihr Konto bezahlen. Verbraucher sollten daher auf ihren Kontoauszügen oder online bzw. in der Filiale nachsehen, welche Gebühren wirklich anfallen.

    Banken bieten für Kunden in der Regel verschiedene Kontomodelle an. Je nach monatlicher Gebühr sind dann bestimmte Dienstleistungen inbegriffen oder müssen extra bezahlt werden. Vergleichen Sie, welches Kontomodell für Sie am günstigsten ist.

    Hilfe beim Kontowechsel

    Wechseln Sie das Kreditinstitut, wenn Ihre Bank Negativzinsen, ein Verwahrentgelt oder neue Gebühren einführt und Sie damit nicht einverstanden sind. Es gibt immer noch Banken, vor allem Online-Banken, die günstige oder sogar kostenlose Giro- und Tagesgeldkonten anbieten. Banken sind dazu verpflichtet, Sie beim Kontowechsel zu unterstützen, damit beispielsweise Daueraufträge automatisch vom neuen Kreditinstitut ausgeführt werden.

    💡 So funktioniert der automatische Kontowechsel

    Seit dem 18. September 2016 gibt es ein neues Gesetz, das die Banken verpflichtet, beim Wechsel des Girokontos zusammenzuarbeiten. Damit wurde der Wechsel für Bankkunden noch einfacher. Sie müssen sich nicht einmal selbst um den Papierkram kümmern. Das übernimmt die neue Bank für Sie. Diese fordert die Kontodaten der vorangegangenen 13 Monaten bei Ihrer alten Bank an, übernimmt alle Daueraufträge und Lastschriften und informiert Ihre Versicherungen, Stromanbieter usw. Die alte Bank muss der neuen Bank innerhalb von 5 Tagen alle Daten zur Verfügung stellen, das Guthaben auf das neue Konto überweisen und das alte Konto schließen. Innerhalb von 2 Wochen müsste der Kontenwechsel über die Bühne gegangen sein. Bei manchen Banken lässt sich der Wechsel sogar komplett online erledigen.

    Geld nicht auf dem Konto versauern lassen

    Lassen Sie nicht zu viel Geld auf Giro- oder Tagesgeldkonten liegen. Vergleichen Sie, ob Sie bei einer anderen Bank, etwa auf einem Festgeldkonto, zumindest niedrige Zinsen bekommen. Achten Sie dabei aber unbedingt auf die Einlagensicherung. Wollen Sie Ihr Geld anlegen, könnten Sie etwa in breitgestreute Fonds (ETFs) investieren. Tun Sie das aber nur, wenn Sie das Geld für einen längeren Zeitraum anlegen wollen und Verluste auch aussitzen können.

    Positive Effekte für Kreditnehmer

    Kreditnehmer profitieren von den niedrigen Zinsen. Besonders Immobilienfinanzierungen sind derzeit extrem günstig. Bei einer Immobilienfinanzierung lohnt es sich daher, bei Vertragsabschluss die niedrigen Hypothekenzinsen langfristig zu sichern, idealerweise bis zum Ende der Tilgung.

    Beachten Sie aber auch: Besonders in Ballungsgebieten sind die Immobilienpreise auch wegen der niedrigen Zinsen in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die hohen Preise fressen den Vorteil der niedrigen Zinsen dann oft komplett auf.

    Manche Kreditvergleichsportale werben derzeit sogar mit Negativzinsen bei Verbraucherkrediten. Das heißt, Sie zahlen weniger Geld zurück, als Sie aufgenommen haben. Solche Negativzinsen bekommen aber meist nur Kunden mit sehr guter Bonität.