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Ölheizungsverbot: Das sind die umweltfreundlichen Alternativen | BR24

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Welche Alternativen gibt es zur Ölheizung?

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Ölheizungsverbot: Das sind die umweltfreundlichen Alternativen

Das Ende der Ölheizung ist beschlossene Sache. Alternativ bieten sich Wärmepumpen, Pelletöfen oder Photovoltaikanlagen an. Aber nicht jeder Haushalt ist dafür geeignet und nicht jede Lösung ist so klimafreundlich, wie es auf den ersten Blick scheint.

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Die Ölheizung steht vor dem Aus: Ab 2026 darf keine neue mehr eingebaut werden. Außerdem soll nach den Plänen der Regierung der Austausch von alten Heizungen mit einer Prämie bis zu 40 Prozent gefördert werden. Der Grund: Ölheizungen gehören zu den größten Verursachern von Kohlendioxid. Das Heizen mit Erdöl oder Erdgas hat ab 2021 daher einen Preis: Zunächst werden zehn Euro pro Tonne CO2 fällig, bis 2025 soll der Betrag dann auf 35 Euro steigen. Doch wie sehen die Alternativen für Hausbesitzer aus und welche sind ökologisch und ökonomisch sinnvoll?

Alternative 1: Wärmepumpe

Wärmepumpen sind eine gute Möglichkeit, die kostenlose Energie aus der Umwelt auszuschöpfen. Die Pumpen nehmen die Wärme aus dem Boden, dem Wasser oder der Luft auf und leiten diese ins Haus. Richtig umweltfreundlich werden die Pumpen allerdings erst, wenn Eigentümer Ökostrom nutzen, um sie zu betreiben. Ein Preisvergleich unter den Stromanbietern kann sich daher finanziell lohnen. Allerdings sind die Pumpen oft laut und auch der Einbau ist nicht unproblematisch.

Die Technik für Erdwärmepumpen, die sogenannten Erdkollektoren, können nur auf einem baumlosen, entsprechend großen Grundstück verlegt werden, anderenfalls sind Bohrungen in die Tiefe nötig. Bei sehr steinigen oder sandigen Böden kann das aber problematisch werden. Für tiefere Bohrungen sind die kommunalen Behörden zuständig. Das Genehmigungsverfahren kann sich schnell über mehrere Monate hinziehen. Aber auch für den Einbau einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe, bei der Grundwasser genutzt wird, muss eine Erlaubnis der Wasserschutzbehörde vorliegen.

Es lohnt sich, vorab mit einem Energieberater eine Kostenanalyse zu erstellen. Denn allein für die Bohrung können mehrere tausend Euro zu Buche schlagen. Dazu kommen hohe Anschaffungskosten für Anlage und Erschließung.

Wichtig beim Umrüsten: Zur effizienten Wärmeabgabe bedarf es Niedertemperatur-Heizkörper, eine Fußbodenheizung wäre ideal, sagen Fachleute. Trotz geringerer Heizwassertemperatur wird so die gleiche Heizleistung erzielt wie mit einem normalen Heizkörper.

Eine Wärmepumpenheizung eigne sich nur für Häuser mit gutem Wärmeschutz, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern. Wer ungedämmte Wände habe, könne eine Wärmepumpe nicht günstig und klimafreundlich nutzen.

Generell gilt: Unter allen Pumpenarten sind die Luft-Wasser-Wärmepumpen am kostengünstigsten. Sie lassen sich leicht im Grundstück installieren, allerdings sind sie nicht so effektiv wie Erdwärmepumpen. Im Winter bei niedrigen Lufttemperaturen könnten die Pumpen an Grenzen stoßen.

Alternative 2: Solarenergie

Die Sonne als natürliche Energiequelle zu nutzen, ist in Bayern längst Praxis. Die Anlagen eignen sich bei entsprechender Dachausrichtung und Größe für Neu- und Altbauten und sind einfach zu installieren. Schon mit einer etwa zehn bis zwölf Quadratmeter großen Solaranlage und entsprechender Speichertechnik können Nutzer im Sommer ihr Wasser allein mit Sonnenenergie erhitzen und in der kälteren Jahreszeit sogar einige Räume damit heizen.

Eine Photovoltaik-Anlage ist allerdings immer abhängig von der Sonneneinstrahlung. Deshalb ist meist der Einbau eines weiteren Heizsystems sinnvoll. In Altbauten können bereits bestehende Gasleitungen ohne Mühe mit der Solartechnik kombiniert werden.

Der Strom stammt zwar aus einer kostenlosen Quelle, aber gratis ist der Sonnenstrom nicht. Photovoltaik-Anlagen werden zwar immer günstiger, eine hohe vierstellige Summe muss man für Technik und Installation aufwenden. Es kann mitunter 10 Jahre dauern, bis sich der Preis amortisiert hat. Nach Ansicht von Energieberatern ist eine Solaranlage für kleine Haushalte mit geringem Wasserbedarf eher unwirtschaftlich. Allerdings werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) neben dem Anlagenkauf auch die Installationskosten gefördert.

Alternative 3: Pelletheizung

Pelletheizungen punkten hauptsächlich mit zwei Argumenten: Zum einen sind Pellets nach wie vor der preisgünstigste Brennstoff, zum anderen werden für Pellets hauptsächlich Holzabfälle aus der Holzindustrie sowie Bäume aus zertifizierten Anbau verwendet. Beim Kauf sollte man auf Qualitätszertifikate, wie zum Beispiel den "Blauen Engel" achten, um zu gewährleisten, dass die Pellets aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Das Umweltbundesamt rät dazu, Holzpellets aus der Region zu kaufen, um lange Transportwege zu vermeiden.

Aus ökonomischer Sicht sind Pelletöfen interessant, weil sie einfach zu installieren sind und sich mit vorhandenen Heizsystemen kombinieren lassen. Der Betrieb ist ähnlich komfortabel wie bei einem Öl- oder Gas-Heizkessel. Nur die Asche muss wenige Male im Jahr entsorgt werden, so die Verbraucherzentrale München, und die Kontrolle durch den Schornsteinfeger ist aufwändiger als bei einem herkömmlichen Kessel.

Eine Pelletheizung arbeitet ähnlich wie eine Gasheizung. Die Pellets werden verfeuert und die Wärme über den Heizkreislauf abgegeben. Der Unterschied liegt darin, dass man den Brennstoff in einem zusätzlichen Lager bereitstellen muss. Pelletheizungen sind also platzintensiv. Auch die Anschaffung ist teurer als bei einer Gasheizung, allerdings sind die Brennstoffkosten deutlich niedriger. Das BAfA fördert Pelletkessel mit einem hohen Zuschuss.

Experten sagen den Pelletöfen allerdings aus ökologischen Gründen keine große Zukunft voraus. Der Grund: Es sollte nur so viel heimisches Holz verfeuert werden, wie gleichzeitig nachwächst. „Nur so kann der Rohstoff nachhaltig und annähernd CO2-neutral genutzt werden“, formuliert es der BUND Naturschutz.

Alternative 4: Elektroheizung

Man steckt einfach den Stecker in die Steckdose, dreht die Heizung auf und es wird warm. Klingt einfach, ist es auch, aber im Verbrauch oft teuer! Laut Bund der Energieberater gibt es zwei Typen beim Heizen mit Strom: Einmal die Heizung, bei der tatsächlich mit Strom Wärme erzeugt wird, wie bei einem Heizlüfter. Und es gibt eine sogenannte Wärmespeicherstromheizung, die zu bestimmten Zeiten aufgeladen wird und die Wärme zu einer festgelegten Zeit wieder abgibt. Die bekannteste Form ist die elektrisch betriebene Nachtspeicherheizung.

Der größte Nachteil einer reinen Elektroheizung , die nicht irgendwelche Wärmespeicherstromöfen aufheizt, seien die hohen Kosten beim Verbrauch, so der Bund der Energieverbraucher. Im Verhältnis zu einer Gas- oder Ölheizung könne man mit zwei- bis dreifachen Kosten rechnen.

Die Verbraucherzentrale München rät dazu, einen Termin mit einem Energieberater zu vereinbaren. Er macht nicht nur einen persönlichen Heiz-Check, sondern liefert auch Informationen rund um den Einsatz und die Fördermöglichkeiten von erneuerbaren Energien.