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Nach Notre-Dame: Wer zahlt bei Feuerschäden in Bayern? | BR24

© picture alliance / dpa / Sven Grundmann

Feuerwehrleute versuchen am 05.06.2014 in Nürnberg die Flammen in der St. Martha Kirche zu löschen.

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Nach Notre-Dame: Wer zahlt bei Feuerschäden in Bayern?

Der Brand in Notre-Dame hat einen enormen Schaden verursacht. Auch in Bayern gingen zuletzt historische Gebäude in Flammen auf: so wie das Straubinger Rathaus oder die Nürnberger Kirche St. Martha. Wer zahlt für solche Feuerschäden?

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Brände in historischen Gebäuden wie in der Kathedrale Notre-Dame in Paris sind das Worst-Case-Szenario für jeden Brandschutzexperten - und auch für Versicherer. Denn meist geht es um hohe Millionenschäden, die sich nur sehr grob schätzen lassen. In Bayern fielen zuletzt zum Beispiel das Rathaus in Straubing und die Kirche St. Martha in Nürnberg den Flammen zum Opfer.

Welche Kosten übernimmt die Versicherung?

Eine Feuerversicherung war bis 1994 für alle Eigentümer vorgeschrieben. Danach wurde der Markt für Versicherer geöffnet und Eigentümern steht es grundsätzlich frei, ob sie eine solche Versicherung abschließen. Viele historischen Gebäude gehören Städten und Gemeinden, die eine Brandschutzversicherung abgeschlossen haben.

Wie bei jeder Versicherung ist auch hier das Kleingedruckte wesentlich. Für das Rathaus Straubing gibt es zum Beispiel eine sogenannte "Neuwertversicherung" bei der öffentlich-rechtlichen Versicherungskammer Bayern. Darin wird die Leistung der Versicherung genau definiert:

"Leistung von ortsüblichem Neubauwert einschließlich der sonstigen Konstruktions-, Planungs- und Baunebenkosten, die aufzuwenden sind, um das Objekt in gleicher Art und Zweckbestimmung in neuwertigem Zustand wiederherzustellen." Auszug aus der Neuwertversicherung des Rathauses Straubing

Staatliche Zuschüsse und Spenden bleiben wichtig

Viele Versicherungen übernehmen auch die Kosten für die Aufräumungs- und Abbrucharbeiten. Doch wo viele Versicherungsklauseln an ihre Grenzen stoßen: Wenn komplett neue Nutzungsmöglichkeiten entstehen sollen, die so in der alten Bauordnung nicht enthalten sind. Im neuen Rathaus in Straubing wird das der Fall sein: Hier sollen neben der Barrierefreiheit und neuen Fluchtwegen im neu renovierten historischen Gebäude auch neue Räume entstehen.

Dafür braucht es unter Umständen Geld, das nicht von der Versicherung kommt. Für die Kosten, die der Stadt entstehen, will Straubing staatliche Zuschüsse beantragen. Doch die werden voraussichtlich nicht ausreichen. Neben staatlichen Zuschüssen, muss dann auch die Stadt aufkommen - und Spenden sind gefragt.

"Es ist ganz wichtig, dass die Bevölkerung hinter einem Wahrzeichen einer Stadt steht - auch bei uns in Straubing. Wir sind von der Bevölkerung aufgefangen worden: Viele Leute haben gespendet. Das ist sehr wichtig." Wolfgang Bach, Planungs- und Baureferent der Stadt Straubing

St. Martha in Nürnberg: Versicherung zahlt etwa drei Viertel der Kosten

Auch ein historisches Gebäude in Nürnberg fiel Flammen zum Opfer: Nachdem das Dach des Hauptschiffs der Kirche St. Martha im Juni 2014 vollkommen abgebrannt war, waren Teile des Gebäudes einsturzgefährdet. Die anfangs auf sechs Millionen Euro geschätzten Kosten, wuchsen schnell auf zwölf Millionen Euro. Am Schluss ist die Versicherung mit neun Millionen Euro eingesprungen, den Rest musste die Gemeinde aufbringen.