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Nach Food kommt Fashion: Discounter verpacken ihr Image neu | BR24

© Florian Eckl/BR

Der Lebensmitteleinzelhandel zählt zu den Gewinnern der Coronakrise. Gerade die Discounter verdienen nicht mehr nur mit Lebensmitteln ihr Geld. Aldi, Lidl und Co. wollen ihr Image aufpolieren und jetzt auch die Modewelt erobern.

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Nach Food kommt Fashion: Discounter verpacken ihr Image neu

Der Lebensmitteleinzelhandel zählt zu den Gewinnern der Corona-Krise. Gerade die Discounter verdienen nicht mehr nur mit Lebensmitteln ihr Geld. Aldi, Lidl und Co. wollen ihr Image aufpolieren und jetzt auch die Modewelt erobern.

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Früher waren Südfrüchte das Ausgefallenste im Sortiment, heute sind es Schlappen und Sneakers im Firmendesign. Die Discounter Aldi Nord und Lidl duellieren sich nicht mehr nur auf dem Lebensmittelsektor.

Mit Influencer-Marketing gegen das Ramschladen-Image

Seit dieser Woche bieten die Billigmarkt-Ketten eigene Modelinien im Firmendesign. Aldi Nord setzt dabei auf Social Media-Influencer wie Schauspieler Wilson-Gonzalez Ochsenknecht. Der informiert aus dem Sommerurlaub seine Fans mit einem sogenannten "Unboxing-Video" über die neue Aldi-Kollektion.

Aus seiner blauen Box zieht der Wilde-Kerle-Darsteller neben einer Kappe und ein paar Shirts auch eine Bauchtasche. Nur auf die im Internet gefeierten Aldi-Letten muss Ochsenknecht verzichten. Die Badelatschen sollen an das Pendant der Herzogenauracher Firma Adidas ("Adiletten") erinnern und werden in einer Web-Kampagne von Model und Social-Media-Star Bonnie Strange präsentiert.

Aldi vs. Lidl: Zwischen Kunst und Konsum

Aldi Nord pusht mit dieser Kampagne seine Social Media-Kanäle, wo die Klamotten exklusiv verlost werden. In Berlin wird die achtteilige Kollektion rund um die legendäre "Alditüte" zudem ausgestellt. Besucher der Pop-Up Exhibition können vom 17. bis 20. September auch kostenlos an die Stücke kommen. Während Aldi mit seiner Fashionkollektion vom Image des Ramschladens weg möchte, will Konkurrent Lidl seine Kleidungsstücke im Retro-Design auch zu Geld machen.

Lidl: Vom Aprilscherz zur Serienproduktion

Ein Aprilscherz über einen Sneaker im Lidl-Look kam so gut an, dass der Konzern entschieden hat, den Turnschuh in die Läden zu bringen. Wer will, kann sich von Kopf bis Fuß im Stil des Discounters kleiden. Die meisten Sachen sind in den Filialen erhältlich, manches aber auch exklusiv im Online-Shop. Mit dieser Modeoffensive gehen die Discounter in den Kampf gegen die Supermarktketten.

Eine Entwicklung, die Ute Holtmann vom Handelsinstitut EHI in Köln nicht erst seit Corona beobachtet: "Die Lebensmitteldiscounter in Deutschland verlieren seit Jahren Marktanteile an die Supermärkte." Darum müssten die Discounter nun neue Wege gehen. "Sie haben schon stark in den Ladenbau investiert, auch mehr Markenartikel gelistet und verstärken auch ihr Non-Food-Sortiment", sagt Holtmann.

Discounter-Jagd auf junge Zielgruppe

Mit ihren Retro-Modelinien zielen die beiden Discounter auf eines ab: Kultstatus bei der jungen Zielgruppe. Mit web-exklusiven Deals wollen Aldi und Lidl aber nicht nur ihren Bekanntheitsgrad ausbauen. Die Social Media-affine Kundschaft kann in nur wenigen Klicks vom Kanal des Idols zum Online-Shop des Herstellers gelangen. Shoppen, ohne das Handy wegzulegen - das ist im Supermarkt schwierig.

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