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Bildrechte: Sven Hoppe / dpa-Bildfunk

Ein Vierteljahr ist es her, dass die Flutkatastrophe Schäden in Milliardenhöhe angerichtet hat. Trotzdem hat sich am mäßigen Interesse, sich gegen derartige Elementarschäden zu versichern, seitdem kaum etwas geändert.

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Nach Flutkatastrophe: Interesse an Versicherung gering

Ein Vierteljahr ist es her, dass die Flutkatastrophe in Teilen Westdeutschlands Schäden in Milliardenhöhe angerichtet hat. Trotzdem hat sich am mäßigen Interesse, sich gegen derartige Elementarschäden zu versichern, seitdem kaum etwas geändert.

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Von
  • Andreas Schuster

Mehr als 180 Menschen sind bei der Hochwasserkatastrophe Mitte Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen. Hunderte wurden verletzt. Außerdem haben die Fluten Schäden in Milliardenhöhe angerichtet. Ein Vierteljahr später ist die Zahl der Menschen, die sich gegen derartige Elementarschäden versichert haben, offenbar nur geringfügig gestiegen.

Versicherung gegen Elementarschäden: ein Plus von drei Prozent

Wenn Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ihre vier Wände versichern, dann schließen sie derzeit in rund 60 Prozent der Fälle auch eine sogenannte Elementarschadenversicherung ab, damit etwa Hochwasserschäden abgedeckt sind. Das sind – beispielsweise bei der Nürnberger Versicherung – gerade mal drei magere Prozentpunkte mehr als vor der Flutkatastrophe.

Deutsche ändern ihre Versicherungsgewohnheiten nur ungern

Trotz des niedrig erscheinenden Anstiegs von drei Prozent spricht die Nürnberger Versicherung von "nach wie vor stark erhöhten Anfragen". Ähnlich klingt es bei der HUK Coburg und dem Vergleichsportal Check24. Der Grund für diese Interpretation: die Deutschen ändern ihre Versicherungsgewohnheiten nur sehr ungern, so Versicherungswirtschafts-Expertin Jutta Michel von der Hochschule Coburg. Gerade wenn es um freiwillige Versicherungen geht. In vielen Fällen sei die Flutkatastrophe bei den Menschen "gefühlt auch schon wieder sehr weit weg".

Welche Versicherung deckt was ab?

Eine Elementarschadenversicherung kommt auch für Hochwasser- und Flutschäden auf. Eine normale Wohngebäudeversicherung deckt dagegen beispielsweise Sturm- oder Brandschäden ab. Insgesamt gesehen ist in Deutschland weiterhin nicht einmal jedes zweite Privatgebäude gegen Flutschäden versichert. Theoretisch gegen Elementarschäden versicherbar sind allerdings rund 99 Prozent der Privatgebäude, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Diskussion um Versicherungspflicht

Auch nach der jüngsten Flutkatastrophe wurde wieder über eine mögliche Versicherungspflicht diskutiert. Denn wenn Flutopfer nicht gegen Elementarschäden versichert sind, springt meist unter viel öffentlichem Druck der Staat ein, um die Menschen vor dem Ruin zu bewahren. Nach den Flutschäden in Teilen Frankens und am Alpenrand hatte der Freistaat entschieden, die Soforthilfen für Flutopfer um die Hälfte zu kürzen, wenn ihre Gebäude zu einem vertretbaren Preis versicherbar gewesen wären. In Rheinland-Pfalz hatte das Land die Soforthilfen dagegen nicht an die Frage des Versicherungsschutzes gekoppelt.

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