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Nach der US-Wahl: Unsicherheit bei bayerischer Wirtschaft | BR24

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Bayerische Unternehmen exportierten im letzten Jahr Waren im Wert von 21 Milliarden Euro in die USA, so das statistische Landesamt. Darum schaut Bayern gespannt auf den Ausgang der Wahlen in den USA. Auch leben über 20.000 Amerikaner im Freistaat.

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Nach der US-Wahl: Unsicherheit bei bayerischer Wirtschaft

Die bayerische Wirtschaft hatte bei der US-Präsidentschaftswahl auf klare Verhältnisse gehofft - doch nun kommt es zu einer Hängepartie. Die Reaktion der Wirtschaft fällt eindeutig aus: Sie wünscht sich eine schnelle Lösung und mehr Sicherheit.

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Am Tag nach der US-Präsidentschaftswahl ist von Vertretern der Wirtschaft vor allem ein Wort zu hören: Unsicherheit. Denn das Wunsch-Szenario für viele Unternehmen ist nicht eingetreten. Dieses wäre ein eindeutiger Wahlsieg gewesen, der klare Verhältnisse in der Politik schafft – und damit auch für Investitionen und Mitarbeiter.

Stattdessen erleben die Vereinigten Staaten nun eine Hängepartie. "Frustrierend" nennt Karl Haeusgen, der Präsident des Maschinenbauverbands VDMA, dieses Kopf-an-Kopf-Rennen im Gespräch mit dem BR. "Jeder Unternehmer stellt wesentliche Investitionen zurück, wenn es unklar ist, wie die wirtschaftliche und politische Entwicklung weitergeht."

USA sind wichtigster Exportmarkt für bayerische Unternehmen

Im Fall von Bayern und den USA geht es dabei um sehr intensive Geschäfte. Denn die Vereinigten Staaten sind einer der wichtigsten Handelspartner für den Freistaat – und bei den Exporten mit Abstand sogar der wichtigste: Allein von Januar bis August dieses Jahres gingen Waren im Wert von elf Milliarden Euro aus Bayern in die USA, so viel wie in kein anderes Land.

Einen großen Anteil daran haben auch die vielen Unternehmen aus dem Mittelstand. Auch dort ist die Stimmung nach dem Wahlabend entsprechend gedämpft. Achim von Michel vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft befürchtet: Bei einer möglichen zweiten Amtszeit könnte Donald Trump der Wirtschaft durch neue Maßnahmen wie Strafzölle weiter schaden.

Beziehungen zwischen USA und Bayern haben unter Trump gelitten

Aus Sicht des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) kommt es in Zukunft vor allem auf einen offenen Welthandel mit festen Regeln an. Dass es in der transatlantischen Politik in den vergangenen Jahren an Vertrauen mangelte, "hat sich auch auf der wirtschaftlichen Ebene widergespiegelt", sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl dem BR.

Für ihn geht es dabei aber nicht nur um die Exporte in die USA, sondern auch um die Investitionen vor Ort. "Nirgendwo haben so viele Unternehmen aus Bayern investiert wie in den USA", so Gößl.

Industrie wünscht sich einen Neustart der Beziehungen

Ähnliche Worte kommen auch vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). "Die deutsche Industrie wünscht sich einen Neustart in den transatlantischen Beziehungen", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf, "unabhängig davon, wer zukünftiger US-Präsident wird".

Nur auf diese Weise, da sind sich die Vertreter der Wirtschaft einig, könnte aus der Unsicherheit wieder mehr Sicherheit werden.

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