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Nach Bilanz-Skandal: Neue Razzia bei Wirecard | BR24

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Wirecard muss sich einmal mehr in die Karten schauen lassen: In fünf Büros des Finanzdienstleisters sind seit dem Morgen Ermittler auf Spurensuche, allen voran in der Firmenzentrale in Aschheim. Auch zwei Objekte in Österreich werden durchsucht.

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Nach Bilanz-Skandal: Neue Razzia bei Wirecard

Wirecard muss sich einmal mehr in die Karten schauen lassen: In fünf Büros des Finanzdienstleisters sind seit dem Morgen Ermittler auf Spurensuche, allen voran in der Firmenzentrale in Aschheim. Auch zwei Objekte in Österreich werden durchsucht.

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Wie kann es sein, dass beim Finanzdienstleister Wirecard 1,9 Milliarden Euro in den Bilanzen stehen, die es offensichtlich gar nicht gibt? Und wer hat davon gewusst? Diesen Fragen geht jetzt die Münchner Staatsanwaltschaft auf den Grund. Heute Früh hat sie eine umfangreiche Razzia gestartet, in fünf Büros von Wirecard, davon zwei in Österreich.

Zwölf Staatsanwälte seien im Einsatz, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Unterstützt würden sie von 33 Polizeibeamten und weiteren IT-Fachleuten des Polizeipräsidiums München und den Kollegen in Österreich.

Erste Razzia bereits Anfang Juni

Der Firmensitz in Aschheim war bereits Anfang Juni durchsucht worden. Damals ging es allerdings nur um relativ klar abgrenzbare Vorwürfe der Marktmanipulation, durch zwei börsenrelevante möglicherweise irreführende Mitteilungen der Wirecard-Chefetage.

Vorstand Marsalek will sich offenbar nicht stellen

Die heutige Durchsuchung sei intensiv vorbereitet worden, heißt es. Und die Beweismittel dürften wesentlich umfangreicher ausfallen, weil inzwischen der Haftbefehl gegen den früheren Vorstandschef Markus Braun vorliegt - und es um wesentlich mehr geht als nur um den Verdacht der Marktmanipulation.

Angeblich hat der langjährige Wirtschaftsprüfer EY dem amtierenden Vorstand kürzlich signalisiert, dass die Bilanz für 2019 nicht testiert werden könne. Markus Braun wurde inzwischen auch offiziell gekündigt. Er wurde nach einer Nacht in Untersuchungshaft, gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro, wieder freigelassen. Der Österreicher Jan Marsalek, der im Vorstand zuletzt für das Asiengeschäft zuständig war, soll sich in Asien aufhalten. Er ist bislang noch nicht nach Deutschland zurückgekehrt.

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Erneut haben Ermittler die Firmenzentrale von Wirecard in Aschheim bei München durchsucht. Das Unternehmen, das zu den großen 30 in Deutschland zählte, hat offenbar mit Luftbuchungen seine Bilanzen aufgebläht. Nun droht die Zerschlagung.