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© BR/Margit Siller
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Verluste in Milliardenhöhe hatte der Finanzdienstleister Wirecard in seinen Bilanzen unterschlagen.

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Müssen Wirecard-Aktionäre um Dividenden fürchten?

Mehr als 40.000 Aktionäre von Wirecard fordern rund neun Milliarden Euro an Schadensersatz. Über deren Ansprüche werden irgendwann Gerichte entscheiden. Sollten manche Jahresabschlüsse für ungültig erklärt werden, hätte das Folgen für die Aktionäre.

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Von
  • Margit Siller

Der Insolvenzverwalter von Wirecard Michael Jaffé will jetzt die Jahresabschlüsse für 2017 und für 2018 per Gerichtsbeschluss für ungültig erklären lassen. Aber darüber muss das Landgericht München I noch entscheiden. Wenn es so kommt, dann müsste der Insolvenzverwalter die ausgeschütteten Dividenden zurückfordern. Auf dem Papier standen damals schöne Gewinne, tatsächlich summierte sich in den Wirecard-Bilanzen aber ein Milliardenverlust. Doch das haben die Aktionäre erst sehr viel später erfahren.

Wertpapierschützer raten von Rückzahlung ab

Genau deshalb sollte niemand seine Dividenden zurückzahlen, auch wenn eines Tages eine entsprechende Forderung des Insolvenzverwalters in der Post liegt. Das rät Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf. Die DSW würde in diesem Fall ein Musterformular anbieten, um sich zu wehren. Doch der Insolvenzverwalter Jaffé hat erst einmal ein ganz praktisches Problem.

Daten zur Dividendenzahlung bislang unbekannt

In seinem aktuellen Sachstandsbericht wird angemerkt, dass bislang keine Dokumente verfügbar sind, die belegen könnten, wer wann welche Dividendenzahlung erhalten hat. Diese Daten sind bislang schlicht unbekannt. Und deshalb wird sich der Insolvenzverwalter vor allem an einen bekannten Großaktionär halten, der seit fast einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt: An den ehemaligen Konzernchef von Wirecard Markus Braun.

Bundestag gibt grünes Licht für "Wirecard-Gesetz“

Unterdessen hat der Bundestag das sogenannte "Wirecard-Gesetz" gebilligt. In der abschließenden Beratung stimmten am Donnerstag die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD dafür. Die FDP votierte dagegen, AfD, Linke und Grüne enthielten sich. Mit dem sogenannten Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) sollen die Aufsichtsbehörde BaFin mehr Biss bekommen und die Wirtschaftsprüfer enger an die Leine genommen werden.

Oberstes Ziel sei es, einen zweiten Finanzskandal wie Wirecard zu verhindern, sagte die SPD-Abgeordnete Cansel Kiziltepe. Der Wirtschaftsprüfer EY habe eine zentrale Rolle in dem Fall gespielt und den Betrug in der Bilanz des Zahlungsabwicklers trotz zahlreicher Warnhinweise nicht aufgedeckt.

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