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MTU Aero Engines: Triebwerkbauer leidet unter Luftverkehrsflaute | BR24

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Beim Triebwerksbauer MTU wurde wegen der Corona-Krise die Produktion deutlich zurückgefahren, viele Mitarbeiter sind seitdem in Kurzarbeit. Bei Umsatz und Gewinn verzeichnete der Konzern im zweiten Quartal große Einbrüche.

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MTU Aero Engines: Triebwerkbauer leidet unter Luftverkehrsflaute

Wie der Triebwerkshersteller MTU unter der Coronakrise leidet, zeigen die aktuellen Geschäftszahlen: demnach ist der Umsatz im ersten Halbjahr auf etwas über zwei Milliarden Euro gesunken. Nach Steuern fiel der Gewinn auf gut 160 Millionen Euro.

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Der Münchner Triebwerkshersteller MTU Aero Engines hat Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr brachen die Erlöse um etwa ein Drittel ein - auf 776 Millionen Euro. Der operative Gewinn ging dabei um rund drei Viertel zurück und lag nur noch bei 42 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb dem DAX-Konzern ein Gewinn von 13 Millionen Euro - ein Einbruch um 87 Prozent.

Erste Auswirkungen der Corona-Pandemie

"In den Zahlen zeigen sich erste Auswirkungen der Corona-Pandemie", erklärte Konzernchef Reiner Winkler. So hätten etwa im zivilen Triebwerksgeschäft die Drosselung von Flugzeug-Produktionsraten und rückläufige Flugzeugauslieferungen den Konzern belastet. Im militärischen Bereich sorgte insbesondere die dreiwöchige Betriebsunterbrechung im April für Umsatzeinbußen.

Instandhaltung rettet das erste Halbjahr von MTU

Zumindest der Umsatz bei der Instandhaltung von zivil genutzten Flugzeugen ist im ersten Halbjahr aber nahezu konstant geblieben. Das lag an den erforderlichen Garantiearbeiten für die Triebwerke des neuen Airbus A320.

Dagegen ging der Verkauf von Triebwerken erwartungsgemäß deutlich zurück. Seit der Corona-Krise werden weniger Flugzeuge produziert und ausgeliefert. Das wirke sich natürlich negativ auf das Ergebnis aus, so Winkler. Er rechnet damit, dass das Vorkrisenniveau wohl erst 2023 oder 2024 wieder erreicht wird.

Prognose für das Gesamtjahr relativ optimistisch

Bereits vor dem Wochenende hatte der Vorstand eine Prognose für das Gesamtjahr gewagt. So erwartet man bei dem Münchner Triebwerksbauer, dass der Umsatz in diesem Jahr auf vier bis 4,4 Milliarden Euro zurückgehen wird. Aber immerhin rechnet man mit einem positiven Ergebnis.

Mit ein Grund für die Zuversicht ist das dicke Auftragspolster. MTU hat Bestellungen in Höhe von 18,4 Milliarden Euro in den Büchern. Die werden jetzt abgearbeitet. Man habe bis dato eigentlich keine Stornierungen gesehen, hieß es.

Allerdings hielt Winkler am bereits angekündigten Stellenabbau fest, nachdem der Luftverkehr in der Corona-Pandemie fast zum Erliegen gekommen ist. Bis Ende 2021 soll das Personal um zehn bis 15 Prozent reduziert werden. Derzeit hat MTU weltweit 10.660 Mitarbeiter.

© BR/Gabriel Wirth

Wie der Triebwerkshersteller MTU unter der Coronakrise leidet, zeigen die aktuellen Geschäftszahlen. Demnach ist der Umsatz im ersten Halbjahr auf etwas über zwei Milliarden Euro gesunken. Nach Steuern fiel der Gewinn auf gut 160 Millionen Euro.

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