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Münchner Runde: Benzin- und Dieselautos verbieten? | BR24

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"Die Leute wollen Autofahren", sagt Motorsportexperte Hans-Jürgen Abt. Barabara Metz von der Deutschen Umwelthilfe beklagt, SUVs gefährden deutsche Arbeitsplätze und die Klimaaktivistin Tina Velo fordert Alternativen zum Auto auf dem Land.

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Münchner Runde: Benzin- und Dieselautos verbieten?

Grenzwerte, Tempolimit, Fahrverbote: Viele Autofahrer fühlen sich drangsaliert. Klimaschützer wollen Diesel und Benziner verbannen. Stehen Autofahrer zu Unrecht am Pranger? Darüber diskutierte die "Münchner Runde".

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Ein Auto parkt im Durchschnitt mehr als 23 Stunden pro Tag, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur herausgefunden. Gerade im Zuge der Klimaschutz-Debatte stellt sich dann die Frage, ob ein eigenes Auto heutzutage überhaupt noch notwendig ist.

Braucht es noch ein Auto?

Diese Frage rief im Voraus der "Münchner Runde" zum Thema "Sündenbock Autofahrer: Benzin- und Dieselautos für besseres Klima verbieten?" auf der Facebookseite von BR24 zahlreiche Reaktionen hervor. Obwohl das Auto offenbar die meiste Zeit nur herumsteht, möchten und können viele Userinnen und User von BR24 trotzdem nicht darauf verzichten.

"Ja, es braucht ein Auto"

Ein User schreibt beispielsweise: "Ja, es braucht ein Auto. Zur Arbeit kann ich mit dem Bus fahren - das war's aber dann auch schon." Dem pflichtet auch eine weitere Userin bei: "Auf ein eigenes Auto könnten (und würden sehr gerne) wesentlich mehr Menschen verzichten, wenn der öffentliche Personennahverkehr mit attraktiver Taktung und günstiger angeboten werden würde." Auf dem Land sei man vielerorts einfach auf ein Auto angewiesen, kommentieren einige Facebooknutzerinnen und -nutzer.

Benzin- und Dieselautos verbieten?

"Übrigens, ein rumstehendes Auto hat, bis auf seine Herstellung, eine außerordentlich gute CO2-Bilanz", scherzt ein anderer Nutzer. Doch wäre es nicht noch umweltfreundlicher, Diesel und Benziner einfach von den Straßen zu verbannen, wie es viele Klimaschützerinner und Klimaschützer fordern? Und sollte der, der nicht auf ein Auto verzichten kann, nicht wenigstens auf ein E-Auto umsteigen? Oder werden Autofahrerinnen und -fahrer zu Unrecht an den Pranger gestellt?

Mit Moderator und BR-Chefredakteur Christian Nitsche diskutieren in der Münchner Runde folgende Gäste:

  • Hans-Jürgen Abt, Motorsport-Experte und Autotuner
  • Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe
  • Mario Gutmann, Betriebsratsvorsitzender von Bosch in Bamberg
  • Tina Velo, Klimaaktivistin, Aktionsbündnis "Sand im Getriebe"

Viele BR24-Userinnen und User möchten sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht von ihrem Auto trennen. Dieses Phänomen greift auch eine Forsa-Umfrage für den "Deutschen Mobilitätspreis" 2019 auf: Die Umfrage hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Bundesbürger nur auf einen eigenen Pkw verzichten würde, wenn es Alternativen wie einen besseren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder mehr Carsharing-Angebote gäbe.

Interesse an Elektromobilität steigt

Gleichzeitig wächst das Interesse an Elektroautos. Für immer mehr Menschen sind E-Autos eine Alternative zu Verbrennungsmotoren. Laut einer Studie von Bitkom, dem Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, haben sich 66 Prozent der Deutschen mit dem Kauf eines Elektroautos angefreundet. Doch viele Kaufinteressenten bemängeln: Elektroautos seien zu teuer.

Höhere Kaufprämie für Elektroautos genehmigt

Auch die Verzögerung bei der Erhöhung der Kaufprämie für E-Autos habe einige Kunden abgeschreckt, sagt Christoph Wenzel, Sprecher des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.

Doch nun hat die EU-Kommission grünes Licht gegeben: Die Erhöhung der Prämie von 4.000 auf bis zu 6.000 Euro soll bereits in Kürze beantragt werden können, die neue Regelung soll noch im Februar in Kraft treten.

Bleibt abzuwarten, wie viele Autofahrerinnen und -fahrer sich von einer höheren Prämie locken lassen und tatsächlich auf den E-Antrieb umsteigen. Schließlich gebe es nach wie vor keine ausreichende Ladeinfrastruktur, so der größte Kritikpunkt vonseiten der E-Auto-Interessenten in der Befragung von Bitkom.

© BR/Benedikt Nabben

Die EU-Kommission hat keine Einwände gegen eine Erhöhung der Kaufprämie für E-Autos - eine neue Regelung soll noch im Februar in Kraft treten.

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