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Monsanto soll unerlaubte Lobby-Praktiken angewandt haben | BR24

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Neuer Ärger für Bayer: Monsanto soll in Frankreich für sein Unkrautmittel Glyphosat unerlaubte Lobby-Praktiken eingesetzt haben. Demnach soll Monanto eine Liste mit 200 Kritikern aus Politik und Journalismus angelegt haben, um diese zu beeinflussen.

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Monsanto soll unerlaubte Lobby-Praktiken angewandt haben

Neuer Ärger für Bayer: Monsanto soll in Frankreich für sein Unkrautmittel Glyphosat unerlaubte Lobby-Praktiken eingesetzt haben. Demnach soll Monanto eine Liste mit 200 Kritikern aus Politik und Journalismus angelegt haben, um diese zu beeinflussen.

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Dem Bayer-Konzern droht wegen seiner US-Tochter Monsanto erneut juristischer Ärger: Die Pariser Staatsanwaltschaft hat gestern ein Ermittlungsverfahren gegen den Saatgut- und Pestizidhersteller eingeleitet, weil dieser eine geheime Liste mit Kritikern in Frankreich geführt haben soll. Laut einem Bericht des Senders France 2 wollte Monsanto kritische Politiker, Wissenschaftler und Journalisten "erziehen", besonders hartnäckige Gegner sogar "überwachen". Die neue Konzernmutter Bayer betonte, keine Kenntnis davon gehabt zu haben.

Ermittlungsverfahren läuft

Gegen Monsanto sei ein Ermittlungsverfahren wegen illegaler Erfassung privater Daten eingeleitet worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris mit. Sie reagierte damit auf eine Klage der Zeitung "Le Monde" und eines Journalisten, dessen Name auf der Liste stand.

Kritiker mit Hobbys gelistet

PR-Agenturen sollen die Liste im Auftrag des US-Konzerns geführt haben. Darin waren laut dem Bericht von France 2 zuletzt rund 200 Namen aufgeführt - mit Noten von 0 bis 5, je nach Einfluss und Grad der Unterstützung für Monsanto. Die Politiker, Wissenschaftler oder Journalisten wurden mit Privatadresse, Telefonnummer und sogar ihren Hobbys aufgelistet.

Ségolène Royal: "Pervers"

Auch die damalige französische Umweltministerin Ségolène Royal stand auf der Liste - als "null beeinflussbar", wegen ihrer ablehnenden Haltung zu dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Die Sozialistin nannte es "pervers", Menschen derartig einzustufen. Sie forderte Schritte, "um das System von schädlichem Lobbying zu säubern".

Foodwatch-Klage in Vorbereitung

Auch vier Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP waren auf der Liste verzeichnet, die zur Hälfte Journalisten umfasst. Neben "Le Monde" kündigten auch der öffentliche Sender Radio France juristische Schritte wegen Datenmissbrauchs an, andere Medien wollen die Datenschutzbehörde CNIL anrufen. Auch die Organisationen Foodwatch und Générations Futures, die gegen Pestizide in Lebensmitteln vorgehen, bereiten nach eigenen Angaben Klagen vor.

Konzernmutter Bayer gibt sich ahnungslos

Der Bayer-Konzern erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, er habe "keine Kenntnis" von den Vorgängen bei seiner heutigen Tochter gehabt. Das Leverkusener Unternehmen betonte zudem die große Bedeutung des Datenschutzes.

Bayer massiv unter Druck

Bayer steht wegen der Monsanto-Übernahme im vergangenen Jahr massiv unter Druck. Die Aktionäre von Bayer hatten Konzernchef Werner Baumann Ende April die Entlastung verweigert. Zuvor war der Aktienkurs eingebrochen. In den USA sehen sich die Leverkusener mit etwa 13.400 Klägern wegen einer mutmaßlich krebserregenden Wirkung des Monsanto-Produkts Glyphosat konfrontiert.