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Peter Mohnen ist der neue Kuka-CEO.
© KUKA

Autoren

Torsten Thierbach
Christine Kellermann
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Peter Mohnen ist der neue Kuka-CEO.

Im gegenseitigen Einvernehmen mit dem chinesischen Investor Midea habe man sich getrennt, heißt es offiziell. Doch viele Fragen bleiben offen. Allen voran: Was steckt wirklich hinter Reuters Abgang?

Fakt ist: Die Aufträge aus der chinesischen Automobilindustrie sind rückläufig. Aber gerade sie ist die am stärksten automatisierte Branche und ein Großabnehmer von Industrierobotern. KUKA bringt sie die Hälfte aller Aufträge ein. In China ist die Zahl der Autozulassungen erstmals deutlich zurückgegangen. Das schlägt auf die Hersteller und damit auch auf die Zulieferer wie KUKA durch. Deshalb gab es eine Gewinnwarnung für die KUKA-Aktionäre. Danach kam das 'Aus' für Reuter.

KUKA-Erfolgsgeschichte unter Reuter

Dabei war er es, der das Unternehmen ab 2009 vom Sanierungsfall zu einem Vorzeigeunternehmen in der Robotik-Branche machte. Schrieb KUKA im selben Jahr noch einen Verlust von fast 76 Millionen Euro, gelang Reuter die Kehrtwende. Bis 2017 verdreifachte er nicht nur den Umsatz, sondern er schaffte einen Unternehmensgewinn von mehr als 88 Millionen Euro.

Investorenvereinbarung ausgehandelt

Till Reuter war es auch, der sich für die Übernahme von KUKA durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea einsetzte. Vor Vertragsunterzeichnung handelte er mit den Asiaten eine sogenannte Investorenvereinbarung aus, die eine Garantie für die 4.000 Arbeitsplätze und den Standort in Augsburg beinhaltet. In diesem Papier bekennen sich die Chinesen zudem dazu, dass Patente und Know-how des Roboterherstellers in Augsburg bleiben. Zumindest bis ins Jahr 2023. Solange gilt die Vereinbarung.

Wie lange darf Mohnen bleiben?

Warum die Chinesen Till Reuter wirklich austauschen, bleibt ungeklärt. Insider berichten, dass sich Midea trotz Investorenvereinbarung deutlich mehr Wissenstransfer wünscht, also mehr vom Augsburger Know-How abhaben möchte. Ob das den asiatischen Eigentümern mit dem neuen Vorstandschef Peter Mohnen gelingen wird, wird sich zeigen. Mohnen, so hieß es in der ersten Erklärung, übernehme den Vorsitz interimsweise. Ein Zeitraum wurde bislang nicht genannt. Mohnen verkündete aber bereits, dass die Investorenvereinbarung und die darin enthaltenen Zusagen auch weiterhin gelten.

In Erinnerung bleiben wird der Abschied von Till Reuter. Der Eishockey-begeisterte Vorstandschef hatte 1500 Mitarbeiter zu einem Spiel der Augsburger Panther ins heimische Curt-Frenzel-Stadion eingeladen. Dort hielt Reuter eine kurze Abschiedsrede. Ein symbolischer Akt? Immerhin: Auch manch Sportler wurde schon überraschend ausgewechselt.

Autoren

Torsten Thierbach
Christine Kellermann

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben vom 06.12.2018 - 07:30 Uhr