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Mittelfränkische Metall- und Elektroindustrie in der Rezession | BR24

© dpa / picture alliance

Werk für Hochspannungsanlagen

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    Mittelfränkische Metall- und Elektroindustrie in der Rezession

    Die mittelfränkische Metall- und Elektroindustrie befindet sich in der Rezession. Zu diesem Urteil kommt die Winter-Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände. Die aktuellen Umfrageergebnisse sind die schlechtesten seit der Krise im Jahr 2009.

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    Die Verbandsvorsitzende der Arbeitgeberverbände (bayme vbm) für die Region West-Mittelfranken, Corinna Schittenhelm, nimmt mittlerweile die Begriffe "Rezession" und "Krise" in den Mund. Die derzeitige Situation sei von einer sinkenden Produktion, geringeren Exporten und inzwischen auch von einer rückläufigen Beschäftigung geprägt.

    Jobs sind in Gefahr

    Zwar habe die Zahl der Beschäftigten in der mittelfränkischen Metall- und Elektroindustrie mit 130.000 ein Allzeit-Hoch erreicht – mittlerweile gehen die Arbeitgeber aber davon aus, dass allein im Lauf des Jahres 2020 etwa 2.000 Jobs abgebaut werden.

    Produktion wird zurückgefahren

    Die Produktion in Bayern sei in den letzten sechs Quartalen rückläufig. Besonders kräftig sei der Einbruch in der Automobil- und Zulieferindustrie zu spüren: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 lag das Minus bei über 16 Prozent. Auch bei den Herstellern von Metallerzeugnissen, elektrischen Ausrüstungen und im Maschinenbau sei die Produktion gesunken. Dagegen können die Elektronikindustrie und die Luft- und Raumfahrttechnik noch Zuwächse verzeichnen.

    Brexit und Trump belasten die Wirtschaft

    Die Gründe für die insgesamt negative Entwicklung bezeichnet Schittenhelm als vielschichtig: Der anstehende Brexit, der Handelsstreit zwischen den USA und China, die strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie, aber auch politische Herausforderungen wie die Energiewende, die Mobilitätswende oder die Klimapolitik würden den Druck auf die Unternehmen erhöhen. Diese Herausforderungen könne man zwar meistern, es müssten aber von Politik und Tarifparteien entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. So fordern die Metall- und Elektroarbeitgeber eine sichere und preislich verkraftbare Stromversorgung, mehr Flexibilität und weniger Regulierung im Arbeitsrecht sowie steuerliche Entlastungen.

    Tarifverhandlungen: Appell an IG Metall

    Im Hinblick auf die bevorstehenden Tarifverhandlungen mahnen die Arbeitgeber moderate Lohnerhöhungen an. Tatsächlich will die IG Metall ohne konkrete Lohnforderungen in die Verhandlungen gehen. Dies sei grundsätzlich ein positives Zeichen und deute daraufhin, "dass auch die IG Metall die Krise wahrnimmt", erklärte Schittenhelm. Dass die Tarifrunde aber zu einer Art Beschäftigungspakt führen wird, glaubt sie nicht: "Wenn es einem Unternehmen schlecht geht, kann natürlich kein hoher Beschäftigungsstand gehalten werden", sagte Schittenhelm dem BR. Es sei aber grundsätzlich das Ziel der Tarifparteien, Beschäftigung in Bayern und in Deutschland zu halten.