BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Schmidberger
Bildrechte: BR/MEV/Karl Holzhauser

Bargeldlose Bezahlsysteme werden immer beliebter

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mit Karte oder Handy: Bargeldlose Bezahlsysteme werden beliebter

Über Geldscheine und Münzen können Bakterien und Viren übertragen werden – derzeit wollen viele Menschen deshalb ungern bar bezahlen. Sie greifen im Supermarkt lieber zur Karte. Auch im Internet gibt es immer mehr Bezahlsysteme. Eine Übersicht.

2
Per Mail sharen
Von
  • Ralf Schmidberger

"Ich zahl mit Karte" – dieser Satz an der Supermarktkasse hat andere Leute in der Schlange über lange Zeit aufstöhnen lassen. Denn es war klar: das dauert! Teilweise musste der Kunde noch unterschreiben. Doch das sieht man immer weniger.

Berührungslos zahlen mit Girocard

Heute geht alles ganz schnell. Teilweise muss die Karte nur kurz an das Lesegerät gehalten werden. Fertig. Bei größeren Beträgen vielleicht noch die PIN eingeben. Diese Zahlungsart geht immer häufiger mit der Girocard, von vielen noch "EC-Karte" genannt. Das ist praktisch, weil wohl jeder seine Girocard meist dabei hat, meint Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest. Der Betrag an der Kasse wird dann einfach vom Girokonto abgebucht und das meist noch am gleichen Tag.

Kostenloser Zahlungsaufschub mit "echter" Kreditkarte

Immer mehr Supermärkte und Geschäfte akzeptieren auch Kreditkarten. Da ist der Ablauf genauso wie bei der Girocard. Der Unterschied liegt darin, wann das Geld vom Verbraucher wirklich abfließt. Bei einer klassischen Kreditkarte dauert das etwas länger. Nur alle vier Wochen wird das Geld eingezogen. Das bedeutet: der Kunde hat bis zu vier Wochen lang einen Zahlungsaufschub, wofür nicht mal Zinsen anfallen.

Zinsenfalle: Kreditkarte mit Teilzahlung

Teuer wird es allerdings, wenn der Kunde mit dem Kreditkartenanbieter eine Teilzahlung vereinbart, er also seine Rechnungen in Raten abstottert. Wenn der Verbraucher die Kreditkartenabrechnung erhält, muss er nur einen Teil der Summer sofort bezahlen. Der Rest wird in Raten fällig, für die happige Zinsen anfallen, warnt die Stiftung Warentest-Expertin. Manche Anbieter verlangen einen Jahreszins von bis zu 20 Prozent.

Prepaid-Karte: volle Kostenkontrolle

Wer keine Kreditkarte bekommt, etwa wegen diverser Schufa-Einträge, kann auch eine sogenannte "Prepaidcard" verwenden, die viele Banken anbieten. Hier zahlt der Verbraucher zunächst einen selbst gewählten Betrag auf das Kartenkonto ein, den er dann nach und nach ausgeben kann. Damit habe der Kunden eine gute Kostenkontrolle, sagt Finanzexpertin Backofen. Karten mit dieser Prepaidfunktion seien deshalb sogar für Jugendliche geeignet.

Alternative: Bezahlen übers Smartphone

Wer sagt: "Ach, so eine Karte im Portemonnaie – ob nun Prepaid-, Giro- oder Kreditkarte - will ich nicht." Kein Problem: Heutzutage lässt sich auch das Handy zum Bezahlen nutzen.

Hier gibt es drei Möglichkeiten:

  • Bezahl-App der Bank
  • Google-, Apple- und Samsung-Pay
  • Apps der Händler wie beispielsweise Edeka und Netto

Wer sich so etwas eingerichtet hat, muss sein Smartphone nur nah an das Bezahlterminal an der Kasse halten und teilweise noch freigeben. Dann wird der Betrag vom Girokonto oder vom Kreditkartenkonto abgebucht – je nachdem, welche Zahlmethode der Nutzer angegeben hat. Eine Abbuchung kann aber auch beispielsweise über Paypal oder Paydirekt erfolgen – womit wir bei den Online-Bezahldiensten wären.

Online-Bestellung: besser auf Rechnung

Online-Bezahldienste wie Paypal oder Paydirekt werden besonders gerne bei Interneteinkäufen verwendet. Denn dabei muss der Nutzer nicht jedes Mal umständlich seine Konto- oder Kreditkartennummer eingeben. Das könne man alles ohne Weiteres beim Online-Shopping nutzen, meint Backofen von der Stiftung Warentest. Sie empfiehlt jedoch, wenn möglich nur auf Rechnung zu kaufen. Dann könne man die Ware erst mal in Augenschein nehmen und erst dann bezahlen. "Beim Kauf auf Rechnung sind Verbraucher total auf der sicheren Seite", so Backofen.

Denn: schickt der Kunde die Ware zurück oder gibt es Probleme, muss er sich eventuell selbst darum kümmern, wieder an sein Geld zu kommen.

Vorsichtsregeln einhalten

Grundsätzlich sei aber gegen bargeldlose Bezahlsysteme, ob nun mit Karten, Smartphones oder über Onlinedienste nichts einzuwenden. Diese seien so weit wie möglich sicher, so die Finanzexpertin. Aber natürlich muss der Kunde bestimmte Bedingungen einhalten, damit er nicht haftbar gemacht werden kann. So darf er seine PIN keinesfalls weitergeben und muss ein gestohlenes oder verlorenes Smartphone melden und die Karte sperren lassen.

Bargeld für alle Fälle

Doch auch wer solche bequemen Bezahlsysteme gerne nutzt: Am Bargeld kommt wohl noch keiner vorbei. Ob Bäcker oder Kiosk – manche Läden akzeptieren nur Bargeld. Und wenn beim Taxi gerade mal das Kartengerät nicht funktioniert, ist es gut noch ein paar Scheine in der Tasche zu haben.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!