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Baustelle zur Verlegung von Glasfaserkabeln für schnelleres Internet
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Marcel Kehrer
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Baustelle zur Verlegung von Glasfaserkabeln für schnelleres Internet

Der Landkreis Cham wartet weiter auf schnelles Internet per Glasfaser. Der missglückte Auftrag dafür bringt das Münchner Unternehmen M-net offenbar in finanzielle Nöte. Für den Auftrag muss es laut einem Bericht der "Abendzeitung" Mehrkosten von rund 100 Millionen Euro stemmen.

M-net gehört mehrheitlich den Stadtwerken München, darum befasst sich heute der Wirtschaftssauschuss des Stadtrats nichtöffentlich mit dem Problem. Sogar von einer möglichen Insolvenz sei im Rathaus die Rede, so die Zeitung. Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach müsse heute dem Ausschuss Rede und Antwort stehen.

Subunternehmer lieferte nicht gewünschte Qualität

Laut M-net kam der Glasfaserausbau im Kreis Cham ins Stocken, weil die Qualität des örtlichen Tiefbau-Partners nicht passte. Auf Basis von dessen Kalkulation hatte M-net sein Angebot erstellt, mit dem die Münchner die Ausschreibung des Landkreises Cham gewannen.

Das Projekt musste neu geplant werden, M-net suchte neue Partnerfirmen. Der Landkreis Cham hat bereits eine erste Vertragsstrafe über eine Million Euro verhängt. Im Januar, so die Ansage, erwarte man die überarbeitete Planung. Der Chamer Landrat Franz Löffler (CSU) äußerte die Vermutung, dass M-net das Projekt wohl unterschätzt habe.

Schnelles Internet für 8.000 Haushalte

Der Auftrag hat ein Volumen von knapp 60 Millionen Euro. Im Kreis Cham wollte M-net laut damaligen Angaben "das derzeit größte flächendeckende Glasfasernetz im ländlichen Raum" realisieren, das 8.000 Haushalte und rund 1.000 Unternehmen schnelles Internet bringen sollte.

Beim Spatenstich 2017 war auch der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dabei. 37 Kommunen sind beteiligt. Vom Bund und vom Freistaat Bayern erhalten sie finanzielle Unterstützung - die allerdings wackelt, wenn der Ausbau nicht vorangeht. Fallen die Zuschüsse weg, würden die Betroffenen voraussichtlich M-net in die Pflicht nehmen. Auch für den Fall, dass es im Kreis Cham nicht mit M-net weitergehen kann, dürften wohl Schadensersatzforderungen kommen.