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Wirtschaft

Mindestlohn steigt im Neuen Jahr | BR24

© BR/Birgit Harprath

Das ändert sich 2020 beim gesetzlichen Mindestlohn

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Mindestlohn steigt im Neuen Jahr

Der gesetzliche Mindestlohn wurde in letzter Zeit wieder zum politischen Streitthema. Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und zuletzt die SPD fordern 12 Euro die Stunde. Angehoben wird er zum Jahresbeginn aber auf jeden Fall - auf neun Euro 35 Cent.

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Fünf Jahre ist es nun schon her, dass auch in Deutschland die Beschäftigten Anspruch auf eine Mindestvergütung pro Stunde haben. Acht Euro 50 wurden damals festgelegt. Alle zwei Jahre berät eine eigene Kommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern darüber, wie der Mindestlohn angepasst werden sollte. Das Arbeitsministerium legt das dann per Verordnung fest. Inzwischen liegt er bei neun Euro 19 und steigt ab Januar auf neun Euro 35.

Mindestvergütung auch für Lehrlinge

Einige allerdings können sich darauf nicht berufen: Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten des Jobs, ehrenamtlich Tätige oder Praktikanten während einer Ausbildung. Auch Lehrlinge haben auf die neun Euro 35 keinen Anspruch. Das Neue Jahr bringt aber einigen von ihnen durchaus mehr Geld. Per Gesetz wurde eine Mindestvergütung auch für sie festgelegt. Die liegt im ersten Lehrjahr bei 515 Euro im Monat. Allerdings wird in den meisten Branchen inzwischen per Tarifvertrag besser bezahlt.

Minijobber müssen weniger arbeiten

Nicht leer ausgehen auch die, die einen Minijob haben. Der liegt zwar auch im Neuen Jahr bei 450 Euro. Damit der gesetzliche Mindestlohn aber eingehalten wird, müssen die Arbeitgeber bei den Mini-Jobbern deren Arbeitszeit neu berechnen. Statt bisher 48,9 Stunden dürfen sie nur noch 48,1 Stunden im Monat arbeiten – macht hochgerechnet auf das Jahr knapp 12 Stunden weniger.

Bereits im Frühjahr 2020: Untergrenze für 2021 wird festgelegt

Arbeit kommt im neuen Jahr auch auf die Mindestlohnkommission zu. Die wird im Frühjahr entscheiden, ob und um wie viel die gesetzliche Untergrenze 2021 angehoben werden soll. Sie orientiert sich dabei an der allgemeinen Lohnentwicklung, muss aber auch die Konjunktur im Blick haben und die Folgen eines Plus für die Firmen.