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Millionengrab Mittelstandsanleihen | BR24

© pa / dpa /Roland Weihrauch

Vor allem die Anleihen von Modeunternehmen hat es erwischt

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    Millionengrab Mittelstandsanleihen

    Für viele Anleger gehört das „Schwarzbuch Börse“ jedes Jahr im Dezember zur Pflichtlektüre. Dieses Mal kritisiert die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, kurz SdK, die hohe Ausfallquote bei den Mittelstandsanleihen. Von Margit Siller

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    Steilmann, Rudolf Wöhrl und Laurél – wer sich die Papiere dieser Modefirmen ins Depot gelegt hat, der muss jetzt zittern. Von den 220 Mittelstandsanleihen, die seit dem Jahr 2010 auf den Markt kamen, sind bislang 45 ausgefallen. Das heißt: der Anleger wird sein Geld vermutlich nie wiedersehen. Die Insolvenzwelle trifft vor allem die Modebranche.

    Skandale und Abzocke

    Besonders krass seien die beiden Pleitefälle KTG Agrar und German Pellets, schreibt die SdK. Bei German Pellets landete das Geld von 17.000 Privatanlegern zum Teil beim Firmengründer, seiner Ehefrau und einer österreichischen Stiftung. KTG Agrar ist inzwischen bankrott; immer neue Ungereimtheiten werden bekannt.

    Auffällig ist, dass die Ausfallquote bei den zuvor gut benoteten Anleihen mit 40 Prozent deutlich höher liegt als bei den hochverzinsten Papieren, die im Vorfeld als riskanter eingestuft worden waren (nur 15 Prozent Ausfallquote).

    Die SdK kritisiert, dass viele Fachmedien und Internet-Portale unkritisch über Neuemissionen berichtet hätten. Im schlimmsten Fall könnten bis zu 75 Prozent aller Mittelstandsanleihen ausfallen. Viele Experten halten dieses Marktsegment inzwischen für "tot".