Zurück zur Startseite
Wirtschaft
Zurück zur Startseite
Wirtschaft

Milliardeninvestition: VW will eigene Batteriezelle entwickeln | BR24

© picture alliance/Michael Kappeler/dpa

VW Passat mit Hybridantrieb

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Milliardeninvestition: VW will eigene Batteriezelle entwickeln

Der Volkswagen-Konzern will weniger abhängig von asiatischen Herstellern sein. Deshalb plant VW, Batteriezellen für E-Autos herzustellen. Erstmal soll mit einigen Hundert Mitarbeitern gestartet werden.

Per Mail sharen

Der Aufsichtsrat beschloss am Montag, knapp eine Milliarde Euro in eine eigene Batteriezellfertigung zu investieren und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Danach ist geplant, eine solche Batteriezellfertigung in Salzgitter anzusiedeln, wo VW bereits eine Pilotanlage für Batteriezellen unterhält.

Strategische Partnerschaften

Außerdem hat der Aufsichtsrat beschlossen, in Verhandlungen über ein neues Mehrmarken-Werk in Europa mit den verbliebenen potenziellen Standorten einzutreten. Insidern zufolge handelt es sich dabei um Bulgarien und die Türkei. Im Rahmen der Elektro-Offensive wolle der Konzern seine Batteriekapazitäten durch strategische Partnerschaften absichern, erklärte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.

Volkswagen will mit der eigenen Batteriezellfertigung unabhängiger von asiatischen Herstellern werden, die auf diesem Feld bislang dominieren. Für die E-Autos der neuen ID-Familie, deren Produktion mit dem ID.3 Ende 2019 in Zwickau anlaufen soll, bezieht VW Batteriezellen aus dem neuen Werk des koreanischen Herstellers LG Chem in Polen.

Klimavorgaben erzeugen Druck

Der Konzern gibt beim Einstieg in die Elektromobilität derzeit auch deshalb Gas, um die schärferen EU-Klimavorgaben zu erfüllen. Volkswagen will die Produktion batteriegetriebener Fahrzeuge bis 2025 auf drei Millionen Stück im Jahr hochfahren. Für die Lieferung der dafür nötigen enormen Mengen an Batteriezellen hat man bereits Vereinbarungen mit mehreren Zulieferern aus Südkorea und China geschlossen.

Im Vorfeld der heute stattfindenden VW-Hauptversammlung in Berlin hat die Unternehmensführung aber noch mehr Neuigkeiten im Köcher: Die Lkw-Sparte Traton soll noch vor der Sommerpause in diesem Jahr an die Börse gehen. Der Vorstand habe mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, den Börsengang grundsätzlich durchzuführen und vorbehaltlich der weiteren Kapitalmarktentwicklung vor der Sommerpause 2019 anzustreben, so VW am Montagabend nach der Aufsichtsratssitzung.

Sechs Milliarden Euro aus Börsengang?

Die Börsenpläne für Traton hatte Volkswagen erst vor rund zwei Monaten auf Eis gelegt, weil die Bedingungen an den Märkten nicht stimmten. Investoren hatten im März mit Enttäuschung auf den abgeblasenen Gang aufs Parkett reagiert. Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter. VW könnte früheren Medienberichten zufolge bis zu einem Viertel von Traton an die Börse bringen und damit rund sechs Milliarden Euro erlösen können.

Heiße Hauptversammlung erwartet

Auf Hauptversammlung in Berlin hat Volkswagen-Chef Herbert Diess heute den Aktionären über den Umbau des Konzerns zu einem Anbieter von Elektroautos berichten. Zugleich steckt der weltgrößte Autobauer weiter tief in der Aufarbeitung des Dieselskandals, der das Unternehmen bisher 30 Milliarden Euro gekostet hat. Aktionärsvertreter und große Fonds wollen Vorstand und Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung zur Rede stellen. Sie werfen der Konzernspitze mangelnde Transparenz bei der Aufklärung und Verstöße gegen Regeln guter Unternehmensführung vor.

© BR

Der Dieselkrise überschattet noch immer den zäh laufenden Konzernumbau.