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Milliardenfonds zur CO2-Reduzierung in der Schifffahrt | BR24

© picture alliance/Bildagentur-online

Containerschiff

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    Milliardenfonds zur CO2-Reduzierung in der Schifffahrt

    Die globale Schifffahrtsindustrie will einen milliardenschweren Forschungsfonds aufbauen, um den klimaschädlichen CO2-Ausstoß in der Schifffahrt bis 2050 mindestens zu halbieren. Mit fossilen Brennstoffen sei dies nicht zu schaffen, so die Reeder.

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    Führende Schifffahrtsverbände wollen einen internationalen Fonds im Volumen von fünf Milliarden US-Dollar einrichten, um die Verringerung des CO2-Ausstoßes voranzutreiben. Dies teilte der an der Initiative beteiligte Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg mit. Ziel sei es, die Schifffahrt möglichst schnell in einen "kohlenstofffreien Verkehrsträger" umzuwandeln.

    Fünf Milliarden Euro für Forschungsfonds zur CO2-Reduzierung

    Die Schifffahrtsunternehmen weltweit sollen einen Beitrag von zwei US-Dollar pro Tonne Brennstoff entrichten und damit fünf Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren als Basisfinanzierung aufbringen. An der Aktion seien unter der Regie des Verbandes ICS (International Chamber of Shipping) alle wichtigen internationalen Schifffahrtsorganisationen beteiligt, die zusammen mehr als 90 Prozent der kommerziellen Schifffahrt vertreten.

    90 Prozent aller Waren per Schiff transportiert

    Weltweit werden laut VDR derzeit etwa 90 Prozent aller Waren per Schiff transportiert. Gleichzeitig sei die Schifffahrtsindustrie für ungefähr zwei Prozent der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich. Da deren Emissionen nicht einzelnen Staaten zuzurechnen sind, ist die International Maritime Organization (IMO) der Vereinten Nationen für die Regulierung in diesem Bereich zuständig.

    Schifffahrt: Globale Emissionen bis 2050 mindestens halbieren

    Die IMO-Mitgliedsstaaten hatten sich bereits 2018 dazu verpflichtet, ihre globalen Emissionen bis 2050 mindestens zu halbieren - unabhängig von der Entwicklung des Welthandels. Dazu sei eine enorme Steigerung der Effizienz notwendig. "Das ist mit einem fortgesetzten langfristigen Einsatz fossiler Brennstoffe in der Handelsschifffahrt nicht zu schaffen", so der VDR.

    Klimaziele erfordern Einsatz kohlenstofffreier Treibstoffe

    Die Klimaziele der IMO erforderten deshalb den Einsatz neuer, möglichst kohlenstofffreier Treibstoffe, Technologien und Antriebssysteme, die bislang nicht in ausreichendem Maße vorhanden und einsatzfähig seien. Der Verband nannte grünen Wasserstoff, Ammoniak, Brennstoffzellen, Batterien und andere synthetische Brennstoffe, die aus regenerativen Energien erzeugt werden.

    Der Vorschlag der Schifffahrtsindustrie soll von den IMO-Mitgliedstaaten beim nächsten Treffen des sogenannten IMO Marine Environment Protection Committee (MEPC) im kommenden März diskutiert werden.