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Mieten statt kaufen: Lohnt sich das? | BR24

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Fernseher leihen oder kaufen?

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    Mieten statt kaufen: Lohnt sich das?

    Vom Schneeanzug bis zum Hightech-Fernseher. Immer mehr Unternehmen bieten Produkte zur Miete an, statt zum Kauf. Ein Schnäppchen, das zur Verbraucherfalle werden kann. Verbraucherschützer sehen das kritisch.

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    Auf den Verleih-Trend sind schon viele Einzelhändler aufgesprungen: Media Markt, Saturn, Real, Otto oder Tchibo - alle bieten sie inzwischen Produkte zur Miete an. Ganz ohne Gefahren für Verbraucher ist das Geschäftsmodell aber nicht.

    Mieten kann sich auszahlen

    Sie mietet lieber, statt zu kaufen: Die junge Mutter Eline Z. ist auf der Suche nach einem Schneeanzug für ihre kleine Tochter. Dafür schaut sie sich auf der Internetseite von "Tchibo Share" nach Angeboten um. Aber warum Kleidung mieten, anstatt neu im Laden oder gebraucht auf dem Flohmarkt kaufen?

    "Bei den Kleinen lohnt sich das für uns einfach, weil die so schnell aus den Sachen rauswachsen. Und es spart Platz." 'Tchibo Share'-Kundin

    Das Unternehmen vermietet in Kooperation mit dem Startup "Kilenda" unter anderem Kindersachen auf seiner Plattform "Tchibo Share": Vom ferngesteuerten Auto bis zur Baby-und Kindermode. Und zwar auch fabrikneue Produkte. Sind die Sachen schon gebraucht, geht der Mietpreis leicht nach unten. Die Kunden zahlen nie mehr als den Kaufpreis. Beispiel Schneeanzug: Die Miete beträgt knapp sechs Euro im Monat. Höchstens aber fünfunddreißig Euro.

    Wenn Eline Z. den Schneeanzug zum Beispiel nach drei Monaten zurückschickt, hat sie sich etwa siebzehn Euro im Vergleich zum Tchibo-Kaufpreis gespart.

    Wer haftet für einen Schaden während der Miete?

    Beim Toben im Schnee kann der Anzug natürlich auch mal Löcher bekommen. Die Verbraucherschützerin Julia Berger hat sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von "Tchibo Share" näher angesehen und klärt auf, wer bei Schäden zahlen muss:

    "Da müssen sie nicht gleich haften. Nur wenn Sie das Produkt verlieren oder ganz kaputt machen, kommen sie auf in Höhe des Kaufpreises." Julia Berger, Verbraucherzentrale Bayern

    So kann mieten zur Verbraucherfalle werden

    Das ist aber bei jedem Anbieter unterschiedlich. Die Verbraucherzentrale rät dringend dazu, sich immer vor der Miete die AGB durchzulesen und zu klären: Ersetzt die Haftpflichtversicherung eventuelle Schäden? Und wer vermietet mir die Produkte eigentlich? Meistens arbeiten die großen Einzelhändler nämlich mit Startups zusammen, bei denen andere AGB gelten. Das ist gerade bei teuren Elektrogeräten wichtig. Ein Anbieter, der sich auf Elektronik und Haushaltsgeräte spezialisiert hat, ist "Otto now". Der Unterschied zu Tchibo: Wenn der Mietpreis den Kaufpreis übersteigt, gehört das Smartphone, die Waschmaschine oder der Fernseher nicht dem Kunden.

    "Sie mieten und mieten und mieten, aber das Produkt bleibt im Besitz von Otto now. Die Verbraucher, an die sich das Angebot richtet, möchten ja meist nur kurzzeitig etwas mieten oder haben nicht so viel Geld zur Verfügung. Sie können den Überblick verlieren und mit den Mieten am Ende ihre Kaufkraft übersteigen." Julia Berger, Verbraucherzentrale Bayern

    Eine zusätzliche Verlockung der Anbieter beim Geschäftsmodell "Mieten statt kaufen": Bei längerer Mietzeit geht der Preis meist nach unten. Da sollte man den Taschenrechner zur Hand nehmen, um zu checken: Wie viel zahle ich am Ende und ist ein Kauf nicht vielleicht billiger?

    Fazit: Wenn es um Elektro- und Haushaltsgeräte geht, ist mehr Vorsicht geboten als bei Kinderkleidung. Vor allem, was die Versicherung angeht. Aber auch hier kann sich mieten lohnen: Wenn man sich zum Beispiel ein neues Produkt nicht gleich kaufen, sondern erst testen möchte. Oder, wenn nur übergangsweise eine Waschmaschine in der Studenten-WG gebraucht wird.

    Sendung

    Abendschau

    Von
    • Johannes Lenz
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