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Mieten sind oft günstiger geworden - nur nicht in Bayern | BR24

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Wirtschaftsinstitute hatten stagnierende oder gar sinkende Mieten in Deutschland ausgemacht. Doch auf dem bayerischen Wohnungsmarkt lässt sich allerdings kaum Entspannung erkennen.

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Mieten sind oft günstiger geworden - nur nicht in Bayern

Der Mietmarkt in Deutschland entspannt sich, stellen mehrere Immobilienspezialisten fest. Doch was zunächst positiv für Mieter klingt, unterscheidet sich stark von Region zu Region. In Bayern läuft die Entwicklung gegen den Trend.

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Die Zahlen zeigen: Was das Thema Mietbelastung betrifft, ist Deutschland dreigeteilt. Im Westen bleibt das Niveau ungefähr gleich, im Osten werden Mieten erschwinglicher. In Süddeutschland jedoch sind die Neuvertragsmieten zwischen 2014 und 2018 deutlich stärker gestiegen als die Löhne. Das hat das Institut der Deutschen Wirtschaft errechnet.

Absoluter Rekordhalter: Kempten im Allgäu. Hier sind die Ausgaben für Miete im beobachteten Zeitraum um ein Drittel gestiegen, der durchschnittliche Lohn aber nur um zehn Prozent. Macht also eine Differenz von 23 Prozentpunkten.

Mietbelastung in Schwaben und Oberbayern stark angestiegen

Vor allem in Schwaben und Oberbayern mussten Mieter tiefer in die Tasche greifen. Und das bliebe fast für den gesamten Freistaat noch eine ganze Weile so, sagt Monika Schmid-Balzert vom Mieterbund in Bayern.

"Der Freistaat ist nach wie vor eine Zuzugsregion, deswegen steigt auch die Nachfrage nach Wohnungen. Und der Markt ist einfach zu eng, als dass er ein ausreichendes Angebot an Wohnungen hätte. Deswegen wird sich da auf dem Markt so schnell nichts regulieren." Monika Schmid-Balzert, Deutscher Mieterbund, Landesverband Bayern

In Bayern steigen die Mieten oft schneller als die Löhne

Auch wenn bayerische Mieter im Schnitt eher mehr Geld ausgeben müssen: Das Institut der deutschen Wirtschaft hat auch in Bayern Orte gefunden, in denen die Löhne zwischen 2014 und 2018 stärker gestiegen sind als die Mieten. Das sind vor allem Mittelstädte im Norden und im Osten Bayerns. Darunter Bamberg, Straubing und Schwabach. Aber auch in Großstädten wie Regensburg und Ingolstadt können Neumieter aufatmen.

Rekordhalter in Bayern: Die Stadt Weiden in der Oberpfalz. Hier sind die Löhne immerhin um 7,6 Prozentpunkte stärker gestiegen als die Mieten. Zum Vergleich: In den Regionen von Thüringen bis Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Differenz oft mehr als zwölf Prozentpunkte.

Anbindung an Schienennetz beeinflusst Mietpreise

Die klare Prognose der Forscher: Die Anbindung an das Schienennetz wird für Mieter – und auch für Hausbesitzer – immer wichtiger. Gerade, weil das Pendeln mit dem Auto in den nächsten Jahren unattraktiver wird. Und das wird sich auch auf dem Wohnungsmarkt zeigen: Je weiter der nächste Bahnhof entfernt ist, desto eher werden auch die Mieten sinken, so die Forscher.

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Interview mit Prof. Steffen Sebastian (Universität Regensburg) zum Thema Bürgeranleihe der Stadt München.

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