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Messe-Wahnsinn: Wer profitiert von der Münchner Bauma? | BR24

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3000 Aussteller. 600.000 Besucher aus 200 Ländern. Wer sind die Profiteure dieser Baumesse der Superlative?

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Messe-Wahnsinn: Wer profitiert von der Münchner Bauma?

Knapp 90 Fußballfelder voller Maschinen: Die Bauma ist die größte Messe der Welt und soll für mehrere Milliarden Euro Umsatz sorgen. Wir fassen zusammen, wer eigentlich von der Baumesse der Superlative profitiert.

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Es ist ein Eldorado der Technik: Die Bauma zieht in diesem Jahr wohl rund 600.000 Besucher an. Noch bis Sonntag (14.04.) präsentieren hier Hersteller aus aller Welt gigantische Baufahrzeuge. 3,6 Milliarden Euro Umsatz soll die Bauma der Stadt München und ihrer Umgebung insgesamt bescheren. Auch außerhalb der Baubranche hoffen viele auf Profite.

Rekordumsätze in Industrie und Einzelhandel

Das Garchinger Unternehmen Zeppelin ist einer der größten Aussteller auf der Bauma. Es vertreibt in Deutschland exklusiv Maschinen der Firma Caterpillar - mit enormem Aufwand. Fast ein Jahr lang hat der Aufbau des Messestands gedauert. Jetzt hofft das Team auf Rekordumsätze.

"Das ist unsere größte Verkaufsmesse. Alle drei Jahre ein Riesen-Highlight. Es kommen natürlich Bestandskunden, die regelmäßig zur Bauma einkaufen. Wir haben aber auch solche, die hier in die Halle kommen und spontan einfach kaufen." Ilka Kallin, Zeppelin Baumaschinen GmbH

Mehrere tausend Maschinen und Motoren wird Zeppelin wohl verkaufen. Wie hoch der Umsatz genau ist, will die Firma nicht verraten - er wird aber voraussichtlich im dreistelligen Millionenbereich liegen. Direkt gegenüber des Messegeländes: das Einkaufszentrum Riem-Arcaden. Der Einzelhandel rechnet durch die Bauma mit einem Umsatzplus bis zu zehn Millionen Euro. Mitarbeiter einer Fahrzeugpflege-Firma sind schon seit Stunden am Putzen, Wischen, Saugen und Polieren. Auch für sie läuft das Geschäft.

"Wir machen auf jeden Fall mehr Umsätze, weil ein großes Problem bei der Bauma ist halt genau das Parkplatz-Problem. Und viele Kunden können bei uns während der Fahrzeugreinigung umsonst parken. Das wird natürlich gut angenommen. Deswegen haben wir einiges mehr an Arbeit." Benjamino Galluzzo, BG Fahrzeugpflege

Wer sich durch den Stau gekämpft und hier einen Termin ergattert hat, hat einen Parkplatz ganz in der Nähe der Bauma - und kann am Abend mit einem sauberen Wagen nachhause fahren. Und das scheint bei zahlreichen Besuchern anzukommen. Zwischen 50 und 120 Euro legen sie für den Service hin.

Hotels sind mit die größten Messe-Profiteure

Auch die Mitarbeiter des "Vier Jahreszeiten" im Münchner Zentrum haben in dieser Woche keine Langeweile. Das Haus ist voll belegt. Ein Zimmer kostet im Durchschnitt 700 Euro. Das Doppelte vom üblichen Preis - und dennoch vergleichsweise günstig. Manche 2- oder 3-Sterne-Unterkünfte haben ihre Preise verzehnfacht und verlangen bis zu 1000 Euro pro Nacht.

"Die ganze Stadt München ist bereits ausgebucht. Wir versuchen natürlich auch, unsere Preise so hoch wie möglich zu gestalten, aber in einer Art und Weise, dass unsere Gäste auch wieder kommen." Holger Schroth, Direktor Hotel Vier Jahreszeiten

Hochbetrieb ist auch hinter den Kulissen des Hotels. Gerade ist eine frische Warenlieferung für die Küche angekommen. Bereits am Nachmittag sind die Vorbereitungen für den Ansturm am Abend in vollem Gang.

"Morgen beim Frühstück ist es genau das Gleiche: Die werden alle auf einmal kommen, weil sie alle geschlossen auf die Messe fahren. Also, rechnen wir locker mit 200 bis 300 Frühstücken innerhalb von einer Stunde." Marcel Zemmrich, Stellvertretender Küchenchef, Hotel Vier Jahreszeiten

Besondere Tage auch für Taxifahrer

Während die einen den Feierabend in einem Münchner Lokal genießen, kämpft sich Taxifahrer Stephan Gehr weiter durch den Verkehr. Am Nachmittag hatte ihn sein Weg vom Messegelände zu einem Hotel geführt. Der Auftrag entpuppte sich schnell als lukrativer Glücksfall.

"Eine Asiatin hat gefragt, ob ich sie schnell mit ihren Kindern nach Neuschwanstein fahren kann. Einfach nur ein paar Fotos, schauen, gar nicht erst reingehen. Der Mann war auf der Bauma und sie war verantwortlich für das Rahmenprogramm, für sich und die Kinder." Stephan Gehr, Taxifahrer

Zur Bauma-Zeit scheint eben alles möglich. Und so sorgt die größte Messe der Welt indirekt auch außerhalb der Baubranche für Profiteure - die Messewoche ist für viele ein großes Geschäft.