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Menschenrechtsverstöße in China: Adidas und Siemens auf Distanz | BR24

© BR/Astrid Freyeisen

Wie gehen Unternehmen mit Menschenrechtsverstöße in China und der Unterdrückung der Uiguren um? Nach einem neuen US-Gesetz müssen sich auch deutsche Konzerne diese Frage stellen. Adidas und Siemens beziehen hier klar Position.

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Menschenrechtsverstöße in China: Adidas und Siemens auf Distanz

Wie gehen Unternehmen mit Menschenrechtsverstößen in China und der Unterdrückung der Uiguren um? Nach einem neuen US-Gesetz müssen sich auch deutsche Konzerne diese Frage stellen. Adidas und Siemens beziehen hier klar Position.

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Die USA wollen China per Gesetz dazu bewegen, Menschenrechtsverstöße in der nordwestlichen Provinz Xinjiang zu beenden. Dort werden Hunderttausende Angehörige der muslimischen Minderheit der Uiguren in Lagern interniert. US-Präsident Donald Trump will deshalb Sanktionen gegen verantwortliche Firmen und Behörden verhängen.

Auch Firmen aus Bayern müssen sich Fragen wegen ihres Engagements in der Uiguren-Provinz gefallen lassen - etwa Adidas und Siemens.

Adidas: Nie Produkte aus Xinjiang bezogen

Beim Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach heißt es: Adidas verbiete Zwangsarbeit und Gefangenenarbeit an jeder Stelle seiner Lieferkette. Das betont das Unternehmen auf Nachfrage des BR.

Niemals habe Adidas nach eigener Aussage Produkte aus Xinjiang bezogen. Alle Zulieferer habe die Firma schon im Frühjahr angewiesen, kein Garn aus Xinjiang zu benutzen. Die Provinz ist ein Zentrum der chinesischen Baumwollindustrie.

Siemens: Würden niemals Zwangsarbeiter beschäftigen

Siemens ist Zulieferer der Firma CETC, deren Überwachungstechnologie in Xinjiang eingesetzt wird. Siemens-Produkte kämen dabei aber nicht zum Einsatz, so der Münchner Konzern gegenüber dem BR. CETC nutze vielmehr Standardlösungen von Siemens für die Fabrikautomatisierung.

Siemens-Chef Joe Kaeser sagte am Wochenende im Interview mit der Rheinischen Post: Sein Konzern werde niemals Zwangsarbeiter beschäftigen oder mit Internierungslagern kooperieren. "Es gibt Dinge, die macht man nicht", so Kaeser. Siemens habe in Xinjiang ein Büro mit 50 Mitarbeitern, aber keine Fabrik.

Kaeser ist Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Eine Reaktion zur Menschenrechtslage in Xinjiang ist von dort noch nicht bekannt. Die Europäische Handelskammer in Peking will sich Anfang nächster Woche äußern.