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Mehrwegboxen an der Theke: Darum sind Händler skeptisch | BR24

© BR / Ralf Schmidberger

Nicht alle Händler sind von Mehrwegboxen an der Supermarkttheke begeistert. Der Lebensmittelverband Deutschland will nun für Klarheit sorgen.

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Mehrwegboxen an der Theke: Darum sind Händler skeptisch

Immer mehr Verbraucher wollen Plastikmüll vermeiden. Deshalb nehmen viele zum Metzger oder an die Käse- und Brottheke einen eigenen Behälter mit. Nicht alle Händler sind begeistert. Der Lebensmittelverband Deutschland will nun für Klarheit sorgen.

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Sich die Lyoner oder den Gouda in eine selbst mitgebrachte Box einpacken lassen - Das bevorzugen viele Kundinnen und Kunden. Denn jede nicht gebrauchte Supermarktverpackung spart bares Plastik. Wo einige ökologische Vorteile sehen, haben Lebensmittelhändler jedoch Bedenken. Dabei orientiert man sich auch an einer Vielzahl von Behördenvorschriften.

Hygienevorschriften machen Händler unsicher

Mehr als 400 Lebensmittelüberwachungsbehörden gibt es deutschlandweit. Je nach Region können unterschiedliche hygienerechtliche Vorgaben gemacht werden, heißt es beim Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure. Manche Behörde ist dagegen, dass Wurst oder Käse an der Theke in eine mitgebrachte Box gefüllt werden. Das bringt Händler in eine Zwickmühle zwischen Hygienevorschrift und Kundeninteresse.

Händler wollen deshalb mehr Rechtssicherheit und konkrete Vorschläge, wie man dem Wunsch des Kunden entsprechen kann. Um diese Unklarheiten zu beseitigen, hat der Lebensmittelverband Deutschland einen Leitfaden veröffentlicht. Aus dem geht hervor, was Lebensmittelhändler in diesen Fällen machen können.

Mitgebrachte Boxen: Potentielle Keimfallen?

Bei der Kundenboxen-Skepsis geht es vor allem um hygienische Bedenken. Aus dieser Perspektive sind die Boxen nur eines: Potentielle Keimfallen. Denn Keime könnten von dem Kundenbehältnis auf die Bedientheke übergehen und damit auf andere Lebensmittel. Dementsprechend versucht der Leitfaden Lösungen zu finden, wie die Hygiene gewahrt bleiben kann und dennoch Kunden nicht komplett auf ihre Boxen verzichten müssen.

Zwei Lösungsmodelle: Tablett oder Mehrwegdose?

Im Wesentlichen wird es wohl auf zwei Modelle hinauslaufen. Einerseits gibt es das bereits angewandte Tablett-System: Hier stellen Kunden ihre Box auf ein Tablett und reichen es über die Theke. Dabei könnte es aber notwendig sein, dass nach jedem Kunden alle verwendeten Zangen, Tabletts und auch die Arbeitsfläche desinfiziert werden.

Andererseits kann auch mit Mehrwegdose gearbeitet werden, welche dann vom Händler verkauft werden. Diese würden dann beim nächsten Einkauf gegen eine andere, vom Ladeninhaber gereinigte Dose getauscht werden. Doch eines ist klar: beide Systeme bedeuten Mehraufwand für die Händler.