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Maschinenbau: Schrumpfen auf hohem Niveau | BR24

© ARD/Victor Gojdka

Maschinenbau: VDMA Jahrespressekonferenz

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Maschinenbau: Schrumpfen auf hohem Niveau

Die erfolgsverwöhnten deutschen Maschinenbauer bekommen durch die schwächere Nachfrage immer mehr Gegenwind. Zwar sorgten frühere Bestellungen für ein kleines Exportplus, die Branchenproduktion schrumpfte in diesem Jahr jedoch um 1,8 Prozent.

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Die Exporte konnten von Januar bis September nochmal um 0,6 Prozent auf rund 134 Milliarden Euro zulegen, wobei in den größten Einzelmarkt USA mehr Maschinen ausgeliefert wurden, in den zweitwichtigsten China weniger. Die globale Konjunktureintrübung, der Brexit und die Handelsstreitigkeiten der USA mit China und der EU haben jedoch inzwischen viele Kunden so sehr verunsichert, dass sie sich mit Bestellungen zurückhalten. Auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Carl Martin Welcker:

"Wir werden 2019 daher voraussichtlich mit einem Produktionsminus von zwei Prozent auf rund 218 Milliarden Euro abschließen." Carl Martin Welcker, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

Gedämpfter Ausblick für 2020

Der VDMA rechnet auch 2020 mit einem Minus von zwei Prozent. Jeder dritte Betrieb - exakt 35 Prozent - klage inzwischen über Auftragsmangel.

Eine schnelle Besserung der Nachfrage sei nicht in Sicht. Die Auftragsbücher könnten sich, positivere Geschäftsklimadaten vorausgesetzt, erst im Laufe des Jahres wieder füllen. Aufgrund technisch bedingter Durchlaufzeiten würden diese aber nicht vor dem zweiten Halbjahr wieder zu Produktionswachstum führen. Ein leichte Belebung sei im Jahresverlauf 2020 möglich.

Negativmeldungen auch aus Bayern

Unterdessen hat die Pressmetall-Gruppe mit Standorten in Gunzenhausen und Hoym in Sachsen-Anhalt beim Amtsgericht Ansbach ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind rund 750 Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört zu den führenden Herstellern von Aluminium-Druckgusskomponenten in Deutschland. Am Standort Gunzenhausen beschäftigt die Gruppe 550 Mitarbeiter, in Hoym in Sachsen-Anhalt 200. Vor allem die Krise in der Automobilindustrie hat das Unternehmen in Schieflage gebracht.