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MAN Energy Solutions will in Augsburg 1.800 Stellen streichen | BR24

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Die Konzernleitung von MAN Energy Solutions gab gestern bekannt, dass aufgrund der Coronakrise Tausende Arbeitsplätze deutschlandweit gefährdet seien - in Augsburg stehen 1.800 davon im Feuer. Protestaktionen sind geplant ...

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MAN Energy Solutions will in Augsburg 1.800 Stellen streichen

Wieder ein Rückschlag für den Industriestandort Augsburg: MAN Energy Solutions will bundesweit rund 3.000 Arbeitsplätze abbauen, einen großen Teil davon in Schwabens größter Stadt. Das Unternehmen begründet das mit der Coronakrise.

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MAN Energy Solutions will in Deutschland bis zu 3.000 Stellen streichen. Alleine in Augsburg sollen rund 1.800 Arbeitsplätze wegfallen. Und am Standort in Deggendorf würden bis zu 25 Stellen abgebaut, sagte ein Unternehmenssprecher dem BR. Zudem sollen im Ausland rund 900 Stellen gestrichen werden.

Firma begründet geplanten Jobabbau mit Coronakrise

Der Personalabbau solle weitestgehend sozialverträglich erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen könnten jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, so das Unternehmen. "Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unsere Zielmärkte machen ein schnelles Handeln erforderlich", so Martin Rosik, Vorstand Personal bei MAN Energy Solutions.

Stellenabbau ist Teil eines millionenschweren Sparprogramms

"Unternehmen und Arbeitnehmervertretung stehen daher unter hohem Druck bei den Verhandlungen", so der Manager weiter. "Zentrale Ziele für uns liegen in der Verbesserung unserer Strukturen und in der Erreichung des Einsparziels. Wir werden die dazu vorstellbaren Lösungswege sehr zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln." Der Stellenabbau ist zentraler Teil eines "Zukunftsprogramms", mit dem MAN Energy Solutions rund 450 Millionen Euro einsparen will.

IG Metall kritisiert Pläne zum Stellenabbau

Von der Arbeitnehmerseite kommt Kritik an den Plänen: Der Schritt sei eine "Kampfansage und völlig inakzeptabel", so Michael Leppek von der IG Metall. Würden wie geplant am Stammsitz bis zu 1.800 Jobs gestrichen, "dann wäre Augsburg tot", so Leppek. "Das wären 40 Prozent der Belegschaft, diese Zahl ist brutal." Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben in Augsburg rund 4.200 Menschen.

Gewerkschaft: Mitarbeiter sind "platt"

Die Beschäftigen seien "platt", so Leppek. Mit dieser Massivität habe niemand gerechnet, auch wenn klar sei, dass es wegen der Liquiditätsprobleme Handlungsbedarf gebe. Vor Jahren habe man wie jetzt auch 450 Millionen Euro einsparen wollen und dafür 180 Jobs gestrichen, die in den Folgejahren wieder dazugekommen seien, so Leppek weiter. Er erwarte nun schnelle und ergebnisoffene Gespräche mit der Geschäftsleitung.

"Industriefriedhof" Augsburg?

Vor allem fordert Leppek, dass die Konzern-Mutter VW die im Hintergrund laufenden Gespräche über einen Verkauf von MAN Energy Solutions beende. "Wir werden nicht dazu beitragen, die Braut durch ein hartes Sparprogramm hübsch zu machen, nur dass sie dann verkauft wird", so der IG-Metall-Sprecher. Nachdem schon die Airbus-Tochter Premium Aerotec einen massiven Stellenabbau angekündigt hatte, fordert Leppek von der bayerischen Staatsregierung ein Investitionsprogramm für Augsburg: "München darf nicht zusehen, wie Augsburg leidet. Sonst bekommen wir hier einen Industriefriedhof."

Staatsregierung will möglichst viele Jobs bei MAN Energy Solutions retten

Die bayerische Staatsregierung bedauert die Pläne zum Jobabbau. Das hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger deutlich gemacht: "Wir sind in intensiven Gesprächen mit dem Vorstand des Unternehmens [...]. Unser Ziel ist die Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze." MAN Energy Solutions produziert laut Staatsregierung in Augsburg Großdiesel-Motoren, Gasantriebe und Turbomaschinen.

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