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MAN Energy Solutions: Augsburger Grüne fordern Sozialplan | BR24

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Wieder ein Rückschlag für den Industriestandort Augsburg: MAN Energy Solutions hat einen umfangreichen Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt.

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MAN Energy Solutions: Augsburger Grüne fordern Sozialplan

1.800 Stellen stehen im Augsburger Werk des Motorenbauers auf der Kippe - ein neuer Rückschlag für den Industriestandort am Lech. Kommunalpolitiker sind alarmiert, und der Betriebsrat von MAN Energy Solutions fordert den Erhalt aller Werke.

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Die Augsburger Grünen fordern angesichts des geplanten Stellenabbaus bei MAN Energy Solutions, soziale Härten abzufedern. Matthias Lorentzen, wirtschaftspolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion, spricht sich für einen Sozialplan und einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen aus. Das Unternehmen will den geplanten Job-Abbau möglichst sozialverträglich gestalten, schließt aber solche Kündigungen nicht aus.

Grüne: Bei MAN Energy Solutions Potenzial für alternative Antriebe

Auch die Stadt sehen die Grünen in der Pflicht, Arbeitsplätze zu erhalten und das Unternehmen bei einer strategischen Neuausrichtung zu unterstützen. Im Augsburger Rathaus koalieren CSU und Grüne.

Lorentzen sieht bei MAN Energy Solutions großes Potenzial: Die Firma habe Konzepte für flexible Energiespeicher und klimafreundliche Antriebe entwickelt - für Schiffe, Lastwagen, Busse, Autos und Züge. "Für die noch nicht elektrifizierten Bahnstrecken nach Ingolstadt oder ins Allgäu bräuchten wir dringend Züge, die mit Wasserstoff oder erneuerbarem Erdgas fahren können", so der Grünen-Politiker.

Betriebsrat fordert Verzicht auf Kündigungen

Auch Arbeitnehmervertreter verlangen, die sozialen Folgen des Sparprogramms abzumildern. Werner Wiedemann, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, ruft das Management dazu auf, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen. So sei es im gesamten VW-Konzern üblich. MAN Energy Solutions ist eine VW-Tochter. Außerdem fordern die Arbeitnehmervertreter, alle Werke zu erhalten.

Mitarbeiter reagieren enttäuscht auf geplanten Stellenabbau

Beschäftigte in Augsburg reagieren enttäuscht auf den angekündigten Stellenabbau. Das wurde am Donnerstagmorgen beim Schichtwechsel deutlich. "Das beschäftigt einen schon sehr", so einer der Angestellten. Ein Großteil der Belegschaft sei stolz, für das Unternehmen zu arbeiten. Ein Kollege ergänzt: "Alles auf Corona zu schieben, ist für mich kein Grund." Es habe sich über die Jahre schon angedeutet, dass es nicht so gut laufe. Man müsse das jetzt erst einmal hinnehmen, "aber die Hoffnung stirbt zuletzt".

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1.800 Stellen bei MAN Energy Solutions in Augsburg sind gefährdet. Beschäftigte reagieren enttäuscht auf die Ankündigung des Managements.

Bei MAN Energy Solutions Tausende Jobs gefährdet

MAN Energy Solutions gab am Mittwoch bekannt, dass wegen der Coronakrise bundesweit Tausende Stellen gefährdet sind. Allein am Stammsitz in Augsburg stehen 1.800 Arbeitsplätze auf der Kippe. Das Unternehmen stellt große Motoren für Fracht- und Kreuzfahrtschiffe her. Allerdings stecken auch Reedereien seit dem Beginn der Pandemie in der Krise.

Firma will sich neu erfinden

Historisch gesehen ist das schwäbische Unternehmen mit dem Namen von Rudolf Diesel verbunden, weil er in einem Vorgängerbetrieb in Augsburg einst den Verbrennungsmotor erfand. Vor zwei Jahren hatte MAN Energy Solutions eine neue Strategie vorgestellt, mit der sich das Unternehmen weg vom klassischen Dieselmotorenhersteller entwickeln will, hin zu einem Anbieter nachhaltiger Energielösungen. Diese neuen Angebote sollen bis zum Jahr 2030 etwa die Hälfte des Geschäfts ausmachen.

(mit dpa)

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