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Maas warnt vor europäischem Tourismus-Wettlauf | BR24

© pa/dpa/Bernd von Jutrczenka

Heiko Maas auf einer PK zum Thema Coronavirus.

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    Maas warnt vor europäischem Tourismus-Wettlauf

    Außenminister Maas hat Bedenken gegen touristische Reisen ins Ausland in diesem Sommer geäußert. Es dürfe in dieser Frage keinen europäischen Wettlauf geben. Er verwies auf die vielen Corona-Erkrankungen infolge von Ski-Urlaub im Ausland.

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    Bundesaußenminister Heiko Maas hat seine Bedenken gegen touristische Reisen ins Ausland in diesem Sommer erneuert. Der "Bild am Sonntag" sagte er, es dürfe in dieser Frage keinen europäischen Wettlauf geben: "Ein europäischer Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt, führt zu unvertretbaren Risiken." Als Grund wies Maas auf die vielen Corona-Erkrankungen infolge von Ski-Urlaub im österreichischen Ischgl hin. So etwas dürfe sich nicht wiederholen.

    Maas fordert gemeinsame europäische Kriterien

    Europa brauche gemeinsame Kriterien für einen Weg zurück zur Reisefreiheit – "so schnell wie möglich, aber so verantwortlich wie nötig", sagte Maas. Der SPD-Politiker bezog sich offenbar auf Überlegungen von Österreichs Kanzler Kurz, die Grenzen seines Landes für Urlauber aus Tschechien und Deutschland wieder zu öffnen. Dem setzte Maas entgegen: "Wir dürfen uns die hart erkämpften Erfolge der letzten Wochen nicht kaputt machen", sonst werde es noch sehr viel länger Reisebeschränkungen geben.

    Klöckner wirbt für Urlaub auf dem Bauernhof

    Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wirbt unterdessen für Urlaub auf dem Land. Die CDU-Politikerin sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, im ländlichen Raum gebe es viele kleine Ferienwohnungen bis hin zum Urlaub auf dem Bauernhof mit eigenem Wohnbereich. Dort könnten Abstandsregeln gut eingehalten werden.

    Für diese Bereiche könnte sie sich gut vorstellen, dass sie Teil der Urlaubsplanungen sein könnten, wenn Abstands- und Hygieneregeln auch wirklich einzuhalten sind, sagte die Ministerin.

    Keine Disko- und Barbesuche

    Sie meine damit aber "keine Gruppenreisen mit Disko- und Barbesuchen". Bei den Planungen müsse mit Bedacht vorgegangen werden. In großen Hotels, in denen am Frühstücksbuffet hunderte Gäste aufeinandertreffen, sei Urlaub aktuell schwer vorstellbar. "Hier würde es wahrscheinlich schwer werden, Infektionsketten nachzuvollziehen."

    Reiseverband warnt vor Pleitewelle

    Der Deutsche Reiseverband (DRV) warnt unterdessen vor einer Pleitewelle in der Touristikbranche. 60 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter sehen sich unmittelbar von der Insolvenz bedroht, geht aus einer Umfrage unter Mitgliedsunternehmen hervor, die der "Bild am Sonntag" vorliegt. Jeder fünfte Betrieb hat demnach bereits Mitarbeiter entlassen, 80 Prozent haben staatliche Hilfen beantragt.

    Forderung nach Rettungsschirm für Reisebüros

    "Wenn wir nicht bald spezifische Unterstützung der Bundesregierung erhalten, wird es die mittelständisch geprägte Reisewirtschaft mit ihren vielen kleinen Reiseveranstaltern und Reisebüros, so wie wir sie kennen, sehr bald nicht mehr geben", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Er beklagte, schon jetzt gebe es mehr als 4,8 Milliarden Euro Umsatzausfälle, und forderte einen Rettungsschirm für die 11.000 Reisebüros und 2.300 Reiseveranstalter in Deutschland.

    (mit Material der Agenturen dpa, AFP und Reuters)

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