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Lufthansa und Gewerkschaft Ufo beraten erneut mit Schlichtern | BR24

© pa/dpa/David Young

Lufthansa und Gewerkschaft Ufo beraten mit Schlichtern

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    Lufthansa und Gewerkschaft Ufo beraten erneut mit Schlichtern

    Im festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und ihrer Kabinengewerkschaft Ufo greifen nun die von beiden Seiten bestellten Schlichter ein. Bei einem Treffen mit den Parteien werden heute an einem geheimen Ort Details dazu festgelegt.

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    Es kommt erneut Bewegung in den Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihrer Kabinengewerkschaft Ufo: Ex-Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise und der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) treffen sich an diesem Mittwoch in Frankfurt in ihrer Eigenschaft als Schlichter mit den streitenden Parteien, um Umfang und Termine der möglichen Schlichtung festzulegen.

    "Wir freuen uns, mit den beiden Schlichtern in einen moderierten und lösungsorientierten Prozess zu kommen, um gemeinsam Lösungen für die rund 22.000 Mitarbeiter der Lufthansa Kabine zu erarbeiten und hier gute Ergebnisse zu erzielen", erklärte am Vortag eine Unternehmenssprecherin.

    💡 Was ist eine Schlichtung?

    Eine Schlichtung ist in Tarifrunden nicht vorgeschrieben. Auch das Tarifvertragsgesetz sieht nicht vor, dass sich Gewerkschaft und Arbeitgeberverband in verfahrener Lage einen Unparteiischen an den Verhandlungstisch holen. Wenn sie ein solches Abkommen abschließen, dann freiwillig. In einigen Branchen haben die Tarifparteien für den Streitfall vorab bereits eine Schlichtung vereinbart und Regeln dafür verabredet. Bei anderen – wie bei der Lufthansa – mussten Juristen jetzt erst einen Text ausarbeiten. In der Regel einigt man sich wie beim Bau auf einen Schlichter.

    Der oder die Schlichter dürfen dann in begrenzter Zeit versuchen, für einen Schiedsspruch eine Mehrheit hinzubekommen. Der muss in der Regel dann aber noch von den jeweiligen Tarifkommissionen angenommen werden. Meist herrscht während einer Schlichtung die sogenannte Friedenspflicht, also die Gewerkschaft garantiert in dieser Zeit, nicht zu Aktionen aufzurufen. (Erklärt von Birgith Harprath, BR24-Wirtschaft)

    Noch herrscht Misstrauen

    Der Ufo-Vizevorsitzende Daniel Flohr meldete hingegen Zweifel an, ob die Lufthansa tatsächlich an einer Gesamtlösung interessiert sei. Schließlich habe sich das Unternehmen von der Arbeitsdirektorin Bettina Volkens getrennt, weil diese einen Kurs der Annäherung vertreten habe. "Es fehlt das Vertrauen, dass die bereits einmal getroffenen und dann zurückgenommenen Vereinbarungen noch einmal zu den gleichen Ergebnissen führen können", sagte Flohr.

    Inzwischen liegen weitere Forderungen auf dem Tisch

    Uneinigkeit herrscht insbesondere über den möglichen Umfang der Themen. In einer sogenannten kleinen Schlichtung könnte es zunächst nur um die von Ufo bereits bestreikten Forderungen gehen. Konkret sind das neben einer Lohnsteigerung um zwei Prozent höhere Spesen und Zulagen für die Flugbegleiter sowie eine Regelung für Saisonkräfte, damit diese einfacher in reguläre Angestelltenverhältnisse wechseln können.

    Ufo strebt hingegen weit umfassendere Verhandlungen an und hat in den vergangenen Tagen weitere Forderungen nachgeschoben. Die Gewerkschaft hat vorerst keine neuen Streiks angekündigt. In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1.500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.