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Lufthansa: Sparkurs verschärft – A380 wird ausgemustert | BR24

© Stephan Lina/BR

Lufthansa: Billigstrategie mit Risiken

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Lufthansa: Sparkurs verschärft – A380 wird ausgemustert

Die Lufthansa verschärft ihren coronabedingten Sparkurs. 50 Flugzeuge mehr als ursprünglich geplant werden bis 2025 stillgelegt. Das Unternehmen sieht sich nicht nur bei der Flotte, sondern auch beim Personal zu weiteren Einschnitten gezwungen.

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Grund für die Verschärfung des Sparkurses sei die deutlich langsamere Erholung des Luftverkehrs von der Corona-Pandemiekrise. Nach einer leichten Belebung im Sommer sind die Buchungszahlen bei der Lufthansa seit September wieder gesunken, weil mit steigenden Infektionszahlen in Europa wieder mehr Reisewarnungen und Quarantäneauflagen verhängt wurden. Die Lufthansa und die Tochtergesellschaften Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines mussten mit neun Milliarden Euro Staatshilfen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien vor der Pleite bewahrt werden.

Bis zu 28.000 Stellen gefährdet

Noch kein Corona-Impfstoff, Einreisesperren, sich ständig ändernde Reisewarnungen und das Dienstreiseverbot in vielen Unternehmen – für die Lufthansa ist das die denkbar ungünstigste Gemengelage. Obwohl das Unternehmen seit Monaten mit Kampfpreisen und kulanten Umbuchungsregeln um Kunden wirbt, bleiben die Passagiere aus.

Insider sprechen von einer verheerenden Buchungslage für die kommenden Monate. Konzernchef Carsten Spohr hat die Belegschaft bereits in der vergangenen Woche auf weitere Einschnitte vorbereitet. So könnten insgesamt bis zu 28.000 Vollzeitstellen wegfallen - bislang hatte man 22.000 angekündigt.

Lufthansa sortiert 150 Flugzeuge aus

Darüber hinaus werden wohl noch deutlich mehr Flieger aus der Flotte genommen als gedacht, darunter langfristig auch das ehemalige Flaggschiff, der riesige Airbus A380. Die Riesen-Jets würden nur im Falle einer unerwartet schnellen Markterholung wieder reaktiviert werden, erklärte Lufthansa. Zehn Interkontinental-Jets vom Typ A340-600 sollen ebenfalls dauerhaft geparkt bleiben. Sieben weitere A340-600 werden sofort ausgemustert.

Mindestens 150 Flugzeuge der einstmals 760 Jets umfassenden Konzernflotte werden dauerhaft nicht mehr abheben, teilte das Unternehmen mit. Bislang hatte Lufthansa mit einer mittelfristig um 100 Flugzeuge reduzierten Konzernflotte geplant.

Lösungen für Mitarbeiter weiterhin unklar

Für Unmut auf Arbeitnehmerseite sorgt vor allem, dass es auch ein halbes Jahr nach Beginn der Krise noch kaum tragfähige und vertraglich abgesicherte Lösungen für die Mitarbeiter gebe. Dazu kommt, dass Lufthansa mitten in der Krise umsteuert. So soll unter dem Projektnamen "Ocean" eine Art Ferienflieger starten, dessen Mitarbeiter deutlich schlechter bezahlt werden als bei der Stamm-Lufthansa.

© BR

Die Corona-Krise könnte noch eine Weile andauern. Daher muss die Lufthansa ihren Kurs nochmal verschärfen: Noch mehr Jobs und Flieger fallen weg, zum Beispiel die komplette A380-Flotte!

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