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Lufthansa beschließt Aus für Germanwings | BR24

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Als Reaktion auf die Corona-Krise schließt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings.

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Lufthansa beschließt Aus für Germanwings

Als Reaktion auf die Corona-Krise schließt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden.

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Die Lufthansa will ihre Flotte deutlich verkleinern. Der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings wird nicht wieder aufgenommen. Als Grund für diese Entscheidung wird die Corona-Krise genannt.

Das Aus war von den Gewerkschaften bereits befürchtet und scharf verurteilt worden. Die Kabinengewerkschaft Ufo und die Pilotenvereinigung Cockpit warfen dem Vorstand vor, kaltblütig und unanständig zu handeln. Ihrer Meinung nach ist die Corona-Krise nur vorgeschoben.

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Lufthansa stellt sich auf längere Durststrecke ein

Angaben über mögliche Arbeitsplatzverluste machte die Lufthansa nicht. Alle aus der Schließung von Germanwings resultierenden Optionen sollten mit den Sozialpartnern besprochen werden, hieß es. Ziel sei es möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens zu bieten.

Der Vorstand geht nicht davon aus, dass der Luftverkehr schnell wieder auf das Niveau vor der Corona-Krise zurückkehren wird. Es werde Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben seien und Jahre, bis die weltweite Nachfrage wieder dem Vorkrisen-Niveau entspreche, heißt es in einer Pressemitteilung.

Scheuer: Luftfahrt schwer gebeutelt

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer erklärte mit Blick auf das Aus für Germanwings, schon vor der Pandemie habe es Diskussionen über die Lufthansa-Tochter gegeben, insbesondere darüber, wie sich die Lufthansa an dieser Stelle verschlanken könne. Lufthansa-Chef Spohr habe ihm zugesichert, es werde Lösungen für die Arbeitnehmer bei Germanwings geben.

Zugleich betonte Scheuer, die Luftverkehrswirtschaft insgesamt sei von der Corona-Krise schwer gebeutelt; er bezifferte das Minus mit 95 Prozent. Die Bundesregierung sei bereit, den systemrelevanten Unternehmen zu helfen. Neben den Fluglinien nannte er auch die Flughäfen.

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Wegen der Corona-Krise hat die Lufthansa den Flugbetrieb bei der Tochter Germanwings eingestellt. Verkehrsminister Scheuer verwies darauf, dass Germanwings schon vor der Pandemie Diskussionsthema gewesen sei.

Auch andere Konzernbereiche vom Sparprogramm betroffen

Bei nahezu allen Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns sollen Kapazitäten verringert und die Verwaltung verkleinert werden, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Bei der Lufthansa Airline werden demnach sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380 und sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kämen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. Damit reduziere man die Kapazitäten an den Drehkreuzen Frankfurt und München.

Zusätzlich wird Lufthansa Cityline drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen. Bei Eurowings seien auf der Kurzstrecke zusätzlich zehn Airbus A320 zur "Ausflottung" vorgesehen. Und auch das Langstreckengeschäft solle verkleinert werden. Die bereits begonnenen Restrukturierungsprogramme bei Austrian Airlines und Brussels Airlines werden durch die Corona-Krise nochmals verschärft. Bei Swiss werde die vorgezogene Ausmusterung älterer Flugzeuge geprüft.

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