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Lufthansa-Küchen werden am Donnerstag bestreikt | BR24

© pa/dpa

Ein Lastwagen von LSG Sky Chefs

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    Lufthansa-Küchen werden am Donnerstag bestreikt

    Die Gewerkschaft Verdi hat bei der Lufthansa-Bordverpflegungs-Tochter LSG zu einem Streik aufgerufen. Auch der Standort München ist am Donnerstag betroffen. Lufthansa rechnet nicht mit Flugausfällen.

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    Bei der Lufthansa bleiben an diesem Donnerstag voraussichtlich die Küchen kalt. Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Mitglieder zu einem 24-stündigen Streik an den Hauptstandorten München und Frankfurt aufgerufen.

    Die Auswirkungen auf den Flugplan blieben zunächst unklar. Auf BR Anfrage teilte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt mit, dass Reisende keine Flugausfälle auf Langstrecken befürchten müssten, da entsprechende Catering-Boxen vorbereitet seien. Auch am Flughafen München soll es keinerlei Ausfälle geben. Allerdings könne man auf innerdeutschen und Europa-Flügen keine Bordverpflegung anbieten.

    Verdi verlangt Absicherung für die Beschäftigten

    Hintergrund ist der bereits beschlossene Verkauf des Europageschäfts der Cateringtochter LSG Sky Chefs an den Schweizer Weltmarktführer Gategroup. Verdi verlangt hier tarifliche Absicherungen für die betroffenen Mitarbeiter.

    "Wir fordern die LSG auf, das Einkommen der rund 7.000 Beschäftigten tarifvertraglich abzusichern", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick nach mehreren Betriebsversammlungen vom Vortag. Bis heute sei das Versprechen des Vorstands, für die Beschäftigten soziale Verantwortung zu übernehmen, nicht eingelöst. "Soziale Verantwortung bedeutet, den Beschäftigten die Existenzängste zu nehmen und Rechtssicherheit herzustellen."

    Für die Arbeitnehmer werden Nachteile erwartet

    In den vergangenen Wochen hatte Verdi mehrfach Warnstreiks bei der LSG abgeblasen, um weiter mit der Lufthansa zu verhandeln. Das blieb bislang ohne Ergebnis. Verdi wollte für die Beschäftigten in Deutschland Altersteilzeitmodelle und langjährige Gehaltsgarantien durchsetzen. Ein Streitpunkt waren auch stark verbilligte Flugtickets, von denen bislang LSG-Beschäftigte profitieren konnten. Unter dem neuen Eigentümer Gategroup erwartet die Gewerkschaft Sparmaßnahmen und niedrigere Gehälter.

    Insgesamt sind bei der LSG weltweit etwa 35.500 Menschen beschäftigt. In den nun verkauften Unternehmensteilen inklusive einiger Spezialaktivitäten arbeiten nach Lufthansa-Angaben etwa 7.100 Mitarbeiter, die 2018 einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet haben.

    Das gesamte Unternehmen machte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von 115 Millionen Euro, lag damit aber deutlich unter der Rentabilität im Gesamtkonzern Lufthansa.

    Gategroup versorgt mehr als 700 Millionen Fluggäste jährlich

    Gategroup gehört seit April der asiatischen Investmentgesellschaft RRJ Capital. Die ehemalige Swissair-Tochter war 2016 vom chinesischen Mischkonzern HNA gekauft und von der Schweizer Börse aus dem Handel genommen worden. Das Unternehmen beschreibt sich als weltweit führender Anbieter von Bordverpflegung und damit verbundenen Dienstleistungen. Weltweit beschäftige man mehr als 43.000 Menschen und versorge aus mehr als 200 Betrieben jährlich mehr als 700 Millionen Fluggäste. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz 4,9 Milliarden Schweizer Franken (4,32 Mrd Euro).