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Lufthansa-Maschine hebt ab in die Luft

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    Lufthansa: Jobs von 600 Piloten und 2.500 Flugbegleitern bedroht

    Die Lufthansa hat den möglichen Personalabbau konkreter aufgeschlüsselt. Die voraussichtlich nach der Krise auf Dauer überzähligen 22.000 Vollzeitstellen verteilen sich auf alle Geschäftsfelder. Allein im Flugbetrieb sind 5.000 Jobs bedroht.

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    • BR24 Redaktion

    Insgesamt 22.000 Vollzeitstellen stehen bei der Lufthansa-Gruppe zur Disposition - die Hälfte davon in Deutschland. Nun wird die Fluggesellschaft konkret und gibt eine erste Aufschlüsselung der jeweiligen Bereiche bekannt, die von dem Stellenabbau betroffen sein werden. Allein der Flugbetrieb der Lufthansa Airline sei perspektivisch mit rechnerisch knapp 5.000 Arbeitsplätzen betroffen, 600 davon seien Stellen von Piloten, 2.600 von Flugbegleitern und 1.500 von Bodenmitarbeitern, teilte das Unternehmen mit.

    Ebenfalls betroffen seien weitere 1.400 Stellen in der Zentrale und bei anderen Konzerngesellschaften in der Verwaltung. Lufthansa Technik habe weltweit einen Personalüberhang von rund 4.500 Stellen, 2.500 davon in Deutschland. Im Cateringgeschäft der LSG Group seien weltweit 8.300 Stellen betroffen, davon wiederum 1.500 in Deutschland.

    "Nach unseren aktuellen Annahmen über den Geschäftsverlauf der kommenden drei Jahre haben wir allein bei Lufthansa perspektivisch keine Beschäftigung für jeden siebten Piloten und jeden sechsten Flugbegleiter sowie zahlreiche Mitarbeiter am Boden", erklärte Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann. Lufthansa wolle möglichst viele Mitarbeiter über die Krise hinweg an Bord halten und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. "Dazu müssen die Verhandlungen über die Krisenvereinbarungen gemeinsam zum Erfolg führen", sagte Niggemann.

    Lufthansa-Aktionäre müssen Rettungspaket billigen

    Das Unternehmen will mit den Gewerkschaften noch vor der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni Vereinbarungen über Personalkostensenkungen erzielen. Ein Sparbeitrag sei notwendig für die Zustimmung der Aktionäre zum neun Milliarden Euro schweren staatlichen Rettungspaket der Lufthansa, hatte Vorstandschef Carsten Spohr gesagt.

    Insbesondere sollen die Anteilseigner einer Kapitalerhöhung um 25 Prozent zustimmen, damit der Staat in Besitz eines 20-prozentigen Anteils an dem börsennotierten Unternehmen kommt.

    Lufthansa will 100 Maschinen "aussortieren"

    Die Lufthansa steht wegen der schwersten Krise der Luftfahrtgeschichte wie viele andere Airlines vor einem Schrumpfkurs, um sich an die längerfristig schwache Nachfrage nach Flügen anzupassen.

    Das Unternehmen rechnet erst für 2023 mit einem Marktniveau wie vor der Krise. Die Flotte von 760 Flugzeugen soll dauerhaft um 100 Maschinen verkleinert werden.

    Der Konzernumbau trifft auch die Töchter im In- und Ausland. Der Flugbetrieb von Germanwings wird nicht wiederaufgenommen, wie Lufthansa bereits mitgeteilt hatte. Eurowings verringert den Angaben zufolge die Personalkapazität in der Verwaltung um 30 Prozent und streicht dafür 300 Stellen. Bei Austrian Airlines gibt es aufgrund der Flottenverkleinerung einen Personalüberhang von 1.100 Stellen. Brussels Airlines wird ihre Kapazitäten um 1.000 Stellen reduzieren, bei Lufthansa Cargo sind es 500 Stellen.

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