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Lohnlücke zwischen Männern und Frauen wird kleiner | BR24

© BR/Julia Müller

Symbolbild Lohngerechtigkeit

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Lohnlücke zwischen Männern und Frauen wird kleiner

Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als Männer. Doch das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln kommt nun zu einem erstaunlichen Ergebnis: Danach ist die Lücke wesentlich kleiner als gedacht.

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Die bereinigte Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, ist in Deutschland rückläufig und mit 5,8 Prozent geringer als in den meisten anderen EU-Staaten, so das Ergebnis der IW-Studie. Für diesen bereinigten Wert haben die Wirtschaftsforscher einige Einflussfaktoren auf das Gehalt herausgerechnet - zum Beispiel die höhere Teilzeitquote von Frauen, die Branche und die Berufserfahrung.

Frauen verdienen weniger als Männer

Etwa 72 Prozent des durchschnittlichen Lohnunterschieds in Deutschland ließen sich darauf zurückführen, dass sich Männer und Frauen in den verwendeten lohnrelevanten Merkmalen unterscheiden, erklärten die IW-Forscher. In Deutschland sei die bereinigte Lohnlücke zwischen 2010 und 2014 um 1,9 Prozentpunkte gesunken und im EU-Vergleich nur in Belgien kleiner als in Deutschland.

In den übrigen 26 Staaten der Europäischen Union liege sie teils deutlich höher, so das IW. Beim Spitzenreiter Estland etwa betrage sie 16,7 Prozent. In Frankreich liege sie bei 9,2 und in Großbritannien bei 10,5 Prozent.

Unbereinigte Lohnlücke in Deutschland zweitgrößte in der EU

Unbereinigt - also ohne Berücksichtigung von Faktoren wie Teilzeit, Branche und Berufserfahrung - ist die Gehaltslücke in Deutschland mit 21 Prozent allerdings die zweitgrößte in der EU, heißt es in der Studie. Die IW-Forscher kritisieren nun, dass sich die EU mit ihrem Aktionsplan zur Verringerung der geschlechterbezogenen Lohnlücken vor allem auf die durchschnittlichen oder unbereinigten Entgeltunterschiede fokussiert.