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Lohnen sich private Energiespeicher? | BR24

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Photovoltaikbesitzer haben ein Problem: Sie können ihren selbstproduzierten Strom nur teilweise selbst verbrauchen. Eine Lösung sollen private Energiespeicher bieten. Doch die rechnen sich nicht für jeden Haushalt.

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Lohnen sich private Energiespeicher?

Photovoltaikbesitzer haben ein Problem: Sie können ihren produzierten Strom nur teilweise selbst verbrauchen. Eine Lösung sollen private Energiespeicher bieten. Doch die rechnen sich nicht für jeden Haushalt.

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Familie Ruprecht aus Landsberg am Lech hat seit fünf Jahren eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Sie sind in der gleichen Lage wie viele andere Hausbesitzer, die Solarstrom produzieren. Nur etwa ein Drittel des Stroms, der tagsüber während der Sonnenstunden generiert wird, kann die Familie selbst nutzen. Der Rest wird ins Stromnetz eingespeist.

Für diesen überschüssigen Strom gibt es zwar Geld, aber deutlich weniger als es kostet, nachts – wenn die Sonne nicht scheint – Strom aus dem Netz dazuzukaufen. Je mehr eigenen Solarstrom die Ruprechts verbrauchen, umso billiger wird es. Deshalb denken sie darüber nach, sich einen Energiespeicher anzuschaffen.

Beratungsmöglichkeit über die Verbraucherzentralen

So ein elektrischer Speicher ist vom Prinzip her nichts anderes als eine große aufladbare Batterie für zu Hause, ein großer Kasten etwa für die Keller. Doch lohnt sich diese Anschaffung überhaupt? Um das herauszufinden, hat sich die Familie an die Verbraucherzentrale Bayern gewandt und einen Termin mit Energieberater Andreas Masch vereinbart. So eine Beratung wird vom Wirtschaftsministerium gefördert.

Mehr Strom am Tag verbrauchen

Der erste Tipp des Beraters: Erstmal beeinflussen, wann der meiste Strom verbraucht wird. Das bedeutet, die großen Stromverbraucher des Hauses wie Waschmaschine und Trockner möglichst tagsüber zu betreiben, wenn die Sonne scheint. Schon so kann man mehr des eigenen Solarstroms verbrauchen.

Andrea Ruprecht ist wichtig, nicht nur Geld zu sparen, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Und Energiespeicher gelten als Beitrag zur Energiewende und werden deshalb auch vom Freistaat gefördert. Doch mit dem Umweltaspekt ist es bei einer großen Batterie im Haus so eine Sache, meint der Energieberater: "Wenn ich mir vorstelle, dass Inhaltsstoffe wie Lithium oder andere seltene Erden darin verarbeitet werden, habe ich auch sofort immer im Hinterkopf: Wo kommen diese Ausgangsstoffe her und unter welchen Bedingungen werden sie gewonnen."

Münchner Start-up mit alternativer Technologie

An diesem Problem wird bereits getüftelt: Das Münchner Start-up VoltStorage hat einen Batteriespeicher entwickelt, der nicht mit Lithium läuft, wie die meisten Akkus, sondern mit Vanadium. Dieses Metall lässt sich einfacher fördern, sagt Geschäftsführer Jakob Bitner, zum anderen könne man es zu einhundert Prozent recyceln: "Nach Ende des Lebenszyklus lässt sich der Elektrolyt eins zu eins wiederverwenden, was bei Lithium extrem schwierig ist."

Freistaat fördert nur sehr große Speicher

Seit einiger Zeit sind Energiespeicher erschwinglicher geworden. Trotzdem kosten sie immer noch mehrere tausend Euro. Oft nochmal so viel wie die Photovoltaikanlage. Das rentiert sich nur bei einer langen Lebensdauer und nur dann, wenn der Speicher die richtige Kapazität für den Haushalt hat.

Der Rat des Experten: Ist der Speicher zu groß, rechnet er sich kaum. Denn im Winter wird er nie vollständig geladen und im Sommer wird er nie leer. So lässt sich ein teures Gerät möglicherweise nicht effektiv nutzen. Und da liegt auch das Problem: Da in der Förderung des Freistaats nur sehr große Speicher bezuschusst werden, die sich nach Meinung des Energieberaters in den wenigsten Haushalten lohnen dürften.

Kreative Alternative zum Energiespeicher

Die Ruprechts wollen nochmal überlegen, ob sie sich für einen Energiespeicher entscheiden. Denn Energieberater Masch hat sie noch auf eine Alternative gebracht: Sie überlegen sowieso, ein Elektro-Auto zu kaufen. Solange sie das zu Hause aufladen, erfüllt die Batterie des E-Autos den gleichen Zweck wie ein Energiespeicher.

Ob es sich für einen Haushalt rechnen kann, einen Energiespeicher anzuschaffen, hängt letztlich stark vom Verbrauch und den Umständen im jeweiligen Haushalt ab. Die Beratung über die Verbraucherzentralen ist eine Möglichkeit, bei dieser individuellen Entscheidung Unterstützung zu bekommen.

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Rechnen sich Energiespeicher für Besitzer privater Photovoltaikanlagen?