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Linientreu in die roten Zahlen | BR24

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Flugzeuge von Turkish Airlines in Istanbul

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    Linientreu in die roten Zahlen

    Turkish Airlines steckt tief in der Krise. Auf wichtigen Märkten wie Deutschland oder der Schweiz sind die Passagierzahlen eingebrochen. Im letzten Jahr ist das Unternehmen erstmals seit Jahren wieder in die roten Zahlen gerutscht. Von Stephan Lina

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    Als ein Problem gilt die Staatsnähe der größten türkischen Fluggesellschaft. Wer bei Turkish Airlines wirklich das Sagen hat, das wurde im vergangenen Sommer klar. Nach dem gescheiterten Putschversuch setzte die türkische Regierung Hunderte von Entlassungen bei der halbstaatlichen Fluggesellschaft durch, auch zahlreiche Fachkräfte und Topmanager mussten das Unternehmen verlassen. Im Oktober erklärte dann Firmenchef Temel Kotil seinen Rücktritt.

    Mehr als zehn Millionen Verlust

    Seitdem wird Turkish Airlines von einem Management geführt, das als extrem linientreu gilt. Wirtschaftlich hat das die Lage nicht verbessert, ganz im Gegenteil. Über den Winter legte das Unternehmen Dutzende von Flugzeugen still, zahlreiche Verbindungen wurden ausgedünnt oder gestrichen. Insgesamt machte Turkish Airlines einen Verlust von mehr als zehn Millionen Euro - nach riesigen Gewinnen in den Vorjahren.

    Besserung ist nicht in Sicht. So sind die Buchungen auf lukrativen Märkten wie Deutschland oder der Schweiz um rund ein Drittel eingebrochen. In den Niederlanden weigern sich Reiseveranstalter seit den Nazi-Vergleichen des türkischen Staatschefs Erdogan, Flüge mit Turkish Airlines zu buchen. Und die Frühbuchungen für Türkei-Urlaube im Sommer lassen einen weiteren drastischen Rückgang vermuten.