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Lieferketten der Autoindustrie wackeln wegen Coronavirus | BR24

© BR/Stephan Lina

Das Coronavirus hat auch die Wirtschaft fest im Griff - besonders die Autoindustrie und die Spediteure bekommen die Folgen zu spüren. Volkswagen macht nun in einem chinesischen Werk länger Pause als geplant.

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Lieferketten der Autoindustrie wackeln wegen Coronavirus

Das Coronavirus hat auch die Wirtschaft fest im Griff - besonders die Autoindustrie und die Spediteure bekommen die Folgen zu spüren. Volkswagen macht nun in einem chinesischen Werk länger Pause als geplant.

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Eigentlich hätte Volkswagen ab heute wieder in seinen chinesischen Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) produzieren wollen. Doch wegen des Coronavirus soll die Produktion dort nun nicht wie geplant am 17. Februar anlaufen, sondern erst am 24. Februar.

Die anderen Werke, die gemeinsam mit First Automotive Works (FAW) betrieben werden, hätten zum Teil die Produktion wieder aufgenommen oder dürften "in den kommenden Tagen" alle wieder laufen, teilte VW mit. Ohne das Coronavirus hätte sie bereits nach den Ferien über das chinesische Neujahrsfest am 3. Februar wieder begonnen.

China ist wichtigster Markt für Autohersteller

VW ist dabei nur ein Beispiel für das, was die Experten der Beratungsgesellschaft BCG erwarten. Laut einer Studie dürfte das Coronavirus in China besonders die weltweite Autoindustrie treffen. Denn das Land ist der größte Absatzmarkt für Neuwagen und zugleich wichtiger Standort für Zulieferer und Hersteller - auch für die bayerischen wie BMW und Audi.

Viele Zulieferer in Provinz, die von Coronavirus betroffen ist

Insgesamt gebe es über 700 ausländische und chinesische Zulieferer in der Provinz mit ihrer abgeriegelten Hauptstadt Wuhan, so die Beratungsgesellschaft. Auch ausländische Autohersteller seien in Hubei stark engagiert: Ein Großteil der Produktion von Gemeinschaftsfirmen mit chinesischen Unternehmen entfalle auf die Provinz. Solche Kooperationen haben neben VW zum Beispiel auch Honda, PSA und Renault.

Eine Folge könnten Probleme in der Lieferkette sein. Zu den exportieren Fahrzeugteilen zählen beispielsweise Fahrgestelle, Bremsen, Elektronik und Räder. Die Experten raten betroffenen Firmen deshalb dazu, ihre Geschäfte wenn möglich in andere Länder zu verlagern.

Bayerische Spediteure: Fracht nach China ist wegen Coronavirus teuer

Die Probleme rund um die globalen Lieferketten treffen auch die bayerischen Spediteure: Die meisten Fluggesellschaften haben ihre China-Flüge bis auf weiteres auf Eis gelegt, damit fehlt es an Fracht-Kapazitäten. "Man muss schauen, wie man mit dem noch Vorhandenen zurechtkommt", sagt Sabine Lehmann, die Geschäftsführerin des Landesverbandes Bayerischer Spediteure.

Das bedeutet auch, dass Kunden viel Geld bezahlen müssen, wenn sie trotzdem waren nach China transportieren wollen. Denn die verbliebenen Airlines können derzeit fast jeden Preis für Fracht verlangen, heißt es in der Branche. Das Dilemma: Trotz Coronavirus kommen exportstarke Firmen und damit auch die Spediteure als Dienstleister um China kaum herum.