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Leoni: Probleme bei Großprojekt sorgen für dickes Minus | BR24

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Der Nürnberger Automobilzulieferer Leoni rutscht weiter ins Minus. Probleme bei einem Großprojekt, geringere Nachfrage und das selbstauferlegte Sparprogramm machen dem Unternehmen zu schaffen.

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Leoni: Probleme bei Großprojekt sorgen für dickes Minus

Der Nürnberger Automobilzulieferer Leoni rutscht weiter ins Minus. Probleme bei einem Großprojekt, geringere Nachfrage und das selbstauferlegte Sparprogramm machen dem Unternehmen zu schaffen.

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Leoni ist 2019 weiter in die roten Zahlen gerutscht. Vorläufigen Geschäftszahlen zufolge machte das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) einen Verlust von 384 Millionen Euro. 2018 hatte Leoni hier noch ein Plus von 144 Millionen Euro verbucht.

80 Millionen Euro Rückstellung nötig

Ein Grund dafür sind Schwierigkeiten bei einem Großprojekt. Laut einer Adhoc-Mitteilung des Unternehmens musste es deshalb eine Rückstellung für drohende Verluste von rund 80 Millionen Euro machen. Die Rahmenbedingungen für das Projekt im Geschäftsbereich Bordnetze (WSD) hätten sich geändert. Die Angebotsphase hierfür war bereits im Jahr 2016.

Geringere Nachfrage und Probleme in mexikanischem Werk

Die Gründe für das negative Ergebnis liegen nach Mitteilung des Unternehmens zudem an der geringeren Nachfrage im Automobil- und Industriesektor, sowie an Problemen in einem Werk in Mexiko zu Beginn des Jahres.

Umsatz gesunken

Der Umsatz ging 2019 auf rund 4,8 Milliarden Euro zurück, im Vorjahr hatte er noch bei 5,1 Milliarden Euro gelegen. Fortschritte gab es bei der Liquidität. Die verfügbaren Mittel seien in den letzten drei Monaten des Jahres um rund sieben Prozent auf 624 Millionen Euro gestiegen. Ende 2018 hatte Leoni allerdings noch rund eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Herausforderndes Jahr

Das abgelaufene Geschäftsjahr sei für Leoni besonders herausfordernd gewesen, so Vorstandsvorsitzender Aldo Kamper laut Mitteilung. "Wir befinden uns weiterhin in einer Situation, in der wir konsequent daran arbeiten müssen, Leoni wieder auf Kurs zu bringen".

Verluste vor allem im Bordnetzbereich

Die Geschäftsbereiche des Unternehmens haben sich im vergangenen Jahr unterschiedlich entwickelt. Den vorläufigen Geschäftszahlen zufolge erzielte die Bordnetzsparte (WSD) im Jahr 2019 einen Verlust von 370 Millionen Euro. Die Kabelsparte (WCS) erwirtschaftete ein Minus von 14 Millionen Euro. Im Zuge der Umstrukturierungen durch das selbstauferlegten Sparprogramm Value 21 hatte Leoni angekündigt, sich künftig auf den Bordnetzbereich zu konzentrieren. Die Kabelsparte sollte verkauft oder an die Börse gebracht werden.

Sparprogramm kostet

Das Sparprogramm "Value 21" schlägt laut Leoni im Jahr 2019 vorläufig mit Kosten von rund 86 Millionen Euro zu Buche. Ab dem Jahr 2022 soll es jährlich 500 Millionen Euro einsparen. Das Programm umfasst auch den Abbau von 2.000 Stellen weltweit. Laut Mitteilung konnte Leoni zum Jahresende bereits mehr als 60 Prozent der geplanten Initiativen umsetzen.