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Leoni: 2.000 Stellen werden gestrichen - Finanzvorstand geht | BR24

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Die Krise beim Nürnberger Automobilzulieferer und Kabelproduzent Leoni verschärft sich. Wie das Unternehmen am Sonntagabend bekanntgab, sollen weltweit 2.000 Stellen abgebaut werden, davon 500 in sogenannten Hochlohnländern wie in Deutschland.

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Leoni: 2.000 Stellen werden gestrichen - Finanzvorstand geht

Die Krise beim Nürnberger Automobilzulieferer und Kabelproduzent Leoni verschärft sich. Wie das Unternehmen am Sonntagabend bekanntgab, sollen weltweit 2.000 Stellen abgebaut werden, davon 500 in sogenannten Hochlohnländern wie in Deutschland.

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Wie sich der Stellenabbau in Bayern durchschlägt sei noch offen, erklärte ein Leoni-Sprecher BR24. Leoni will am Mittag um 12.30 Uhr bei einer Telefonkonferenz Details zum neuen Sparprogramm bekanntgeben. Der Automobilzulieferer beschäftigt in Deutschland rund 5.000 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte von ihnen in Bayern. Außerdem verhängt das Unternehmen einen Einstellungsstopp und verschiebt Gehaltserhöhungen für leitende Angestellte. Finanzvorstand Karl Gadesmann scheidet außerdem mit sofortiger Wirkung aus.

Einsparungen von bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr geplant

Nach massiven Problemen mit einem Werk im mexikanischen Merida kassiert Leoni auch seine erst im Februar getroffene Prognose für das Jahr 2019. Eine für Dienstag geplante Bilanzpressekonferenz im unterfränkischen Kitzingen wurde abgesagt. Allein die Probleme in Merida werden den Automobilzulieferer nach eigenen Angaben in diesem Jahr wohl 50 Millionen Euro kosten. In den kommenden drei Jahren will Leoni nun das Unternehmen komplett umbauen und verschlanken. Leoni beabsichtigt, die Unternehmensstruktur in eine Finanzholding sowie zwei unternehmerisch eigenständige Divisionen zu ändern. Durch den Umbau sollen künftig im Jahr bis zu 500 Millionen Euro eingespart werden. Das Maßnahmenprogramm mit dem Titel "Value21" wird aber 120 Millionen Euro an Restrukturierungskosten verschlingen.

Es kriselt seit Jahren bei Leoni

Das Nürnberger Unternehmen steckt schon seit Jahren in der Krise. Vor Mexiko sorgten chaotische Zustände in rumänischen Werken für Schlagzeilen. Mit der sogenannten "Chef-Masche" ließ sich Leoni außerdem 40 Millionen Euro von Betrügern abluchsen. Zuletzt hatte Leoni-Chef Dieter Bellé überraschend seinen Rückzug angekündigt. Der Nürnberger Automobilzulieferer und Kabelproduzent beschäftigt weltweit mehr als 90.000 Menschen.