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Leiharbeit: Auftakt der Tarifverhandlungen | BR24

© BR/Birgit Harprath

Rund 900.000 Beschäftigte in Deutschland sind als Zeitarbeiter beschäftigt. Und das nicht nur in Hilfsjobs. Auch Fachkräfte oder Experten werden von Personaldienstleistern an Firmen entliehen. Für sie startet die Tarifrunde in Berlin.

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Leiharbeit: Auftakt der Tarifverhandlungen

Rund 900.000 Beschäftigte in Deutschland sind als Zeitarbeiter beschäftigt. Und das nicht nur in Hilfsjobs. Auch Fachkräfte oder Experten werden von Personaldienstleistern an Firmen entliehen. Für sie startet die Tarifrunde in Berlin.

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Equal Pay – das Gesetz zur Arbeitnehmerüberlassung schreibt eigentlich vor, dass Leiharbeiter so bezahlt werden müssen, wie die Kolleginnen und Kollegen im Einsatzbetrieb. Es gibt aber eine Ausnahme: Wenn für sie ein eigener Tarifvertrag gilt, der durchaus auch schlechtere Konditionen vorsehen kann. Und genau über den wird ab Dienstag verhandelt.

Gewerkschaften fordern 8,5 Prozent mehr

Auf Arbeitnehmerseite sitzt am Tisch eine Tarifgemeinschaft mehrerer DGB-Einzelgewerkschaften. Auf Arbeitgeberseite sind die beiden großen Branchenverbände BAP und iGZ vertreten und damit die meisten Zeitarbeitsfirmen in Deutschland. Die Gewerkschaften treten mit einer im Vergleich hohen Forderung an: 8,5 Prozent. Im Blick habe sie dabei die unterste Entgeltgruppe bei den Leiharbeitern. Die verdienen zurzeit pro Stunde 9 Euro 79 im Westen und 9 Euro 49 im Osten. Das liegt nicht weit weg vom gesetzlichen Mindestlohn und reiche – so die DGB Tarifgemeinschaft – später nicht für eine auskömmliche Rente. Außerdem soll das Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhöht, Zuschläge angehoben und mehr Urlaubstage zugestanden werden.

Arbeitgeber: Wirtschaftsflaute trifft Zeitarbeitsbranche

Die Reaktion der Arbeitgeber folgte prompt: das Paket sei vollkommen überzogen, zumal die Branche die momentane Wirtschaftsflaute treffe. Die Forderung gefährde Arbeitsplätze. Wenn Firmen sparen müssen, dann verabschieden sie sich zuerst von Zeitarbeitern. An den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit lässt sich das schon ablesen. Allerdings hat die Zeitarbeitsbranche wie alle anderen auch ein Problem Fachkräfte zu finden. Die aber wollen gut bezahlt werden.