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Ledvance-Schließung: Neue Proteste in Eichstätt | BR24

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Mit dem Werk in Eichstätt soll die letzte Produktionsstätte von Ledvance in Deutschland geschlossen werden. Rund 360 Mitarbeiter sind davon betroffen. Die IG Metall hat die Beschäftigten für heute zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

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Ledvance-Schließung: Neue Proteste in Eichstätt

Mit dem Werk in Eichstätt soll die letzte Produktionsstätte von Ledvance in Deutschland geschlossen werden. Rund 360 Mitarbeiter sind davon betroffen. Die IG Metall hat die Beschäftigten für heute zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

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Seit Montag ist es offiziell: Der chinesische Eigentümer MLS will zum Jahresende das Ledvance-Werk im oberbayerischen Eichstätt schließen. Betroffen sind 360 Mitarbeiter. Dagegen will sich die Belegschaft gemeinsam mit der Gewerkschaft wehren. Wie es bei der IG Metall heißt, gebe es Zukunftskonzepte und Interessenten für das Werk. Nun soll auch die Politik helfen. Für heute Nachmittag ist eine erneute Kundgebung in Eichstätt geplant.

Letztes Werk von Ledvance in Deutschland

Beim Betriebsrat und in der örtlichen IG Metall herrscht Empörung über das Vorgehen von MLS. Seit der Übernahme der früheren Osram-Tochter Ledvance habe der chinesische Eigentümer ein Werk nach dem anderen in Deutschland geschlossen, nun stehe mit Eichstätt die letzte hiesige Fabrik des Leuchtenherstellers auf der Kippe. MLS habe das ernsthafte Interesse von drei potentiellen Käufern ignoriert, so Bernhard Stiedl von der IG Metall.

Mitarbeiter sollen Lampen für die Zeit nach der Schließung produzieren

Bei der Aufsichtsratssitzung am Montag sei es dann zu einem Affront gekommen, heißt es aus Teilnehmerkreisen. Die Geschäftsführung habe zum einen die Schließung der Fabrik zum Jahresende angekündigt. Gleichzeitig aber habe das Management die Belegschaft aufgefordert, für die Zeit danach, also quasi auf Halde Lampen zu produzieren. Diese sollten dann zu einem Zeitpunkt auf den Markt kommen, an dem die Beschäftigten schon längst ihre Jobs los wären.

Gewerkschafter Stiedl bezeichnete diese Pläne gegenüber dem Bayerischen Rundfunk als Frechheit und Beleidigung für die Belegschaft. Er forderte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und die Bundesregierung auf, Druck auf die chinesische Seite auszuüben, um die Schließungspläne noch einmal abzuwenden.

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