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Was passiert, wenn ein Lebenslauf für die Bewerbung "frisiert" wurde? Schlimmstenfalls drohen Kündigung und Anzeige.

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    Lebenslauf: Darf man ihn für Bewerbungen "frisieren"?

    Die Debatte läuft, seitdem Annalena Baerbock, Spitzenkandidatin der Grünen, ihre Angaben im Netz korrigieren musste. Wer sich um eine Stelle bewirbt, sollte aufpassen. Denn eine gerade erst bekommene Anstellung könnte schnell wieder verloren gehen.

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    Von
    • Birgit Harprath

    Als künftige Arbeitskraft möchte man sich im Lebenslauf möglichst vorteilhaft darstellen. Nicht vortäuschen darf man aber Dinge, die für den Job nötig sind: Dazu zählen Abschlüsse und Zeugnisse. Wer sich mit einem Zusatzstudium oder einem Praktikum schmückt, sollte das auch auf Nachfrage beweisen können, rät die DGB Rechtsschutz GmbH.

    Ist Schummeln oder Lügen im Lebenslauf erlaubt?

    Wer den Job eines Reiseleiters anstrebt, der sollte über die geforderten guten Englischkenntnisse auch wirklich verfügen oder wenigstens angeben, gerade einen High-Level-Kurs belegt zu haben. Und dass die Stelle als Bäcker eine Mehlstaub-Allergie verbietet, versteht sich von selbst.

    Ein Graubereich sind die sogenannten Soft-Skills, Hobbies zum Beispiel. Aber auch da raten Juristen zur Vorsicht: Wer im Lebenslauf angibt, beim Fußballverein des Nachwuchses der Kassenwart zu sein und im Bewerbungsgespräch auf einen ebenfalls ehrenamtlichen Kassenwart und Personalchef trifft, der steht dumm da, wenn das nicht zutrifft. Das Fachgespräch könnte bald zu Ende sein.

    Was muss man im Lebenslauf angeben?

    Es gibt bestimmte Dinge, die müssen in keinem Lebenslauf auftauchen, man darf bei einigen sogar lügen. Ob man Mitglied in einer Kirche oder einer Partei ist, darf verschwiegen werden – es sei denn man strebt einen Job bei einem sogenannten Tendenzbetrieb an, wo die Angabe für die Ausübung der Tätigkeit relevant ist. Dann sollte man aber wirklich Mitglied sein. Auch eine Schwangerschaft muss man nicht erwähnen. Auf die Frage danach darf man sogar lügen.

    In puncto Gesundheit sollte man nur erwähnen, was die Ausübung der Tätigkeit behindern würde, zum Beispiel Rückenprobleme bei Jobs, die mit Tragen verbunden sind. Und Vorstrafen müssen im Lebenslauf auch nicht aufgelistet werden. Laut DGB Rechtsschutz gilt das nur dann nicht, wenn es einen Zusammenhang zwischen der angebotenen Stelle und der begangenen Straftat gibt. Beispiel LKW-Fahrer: Wer sich bewirbt, sollte erwähnen, dass er schon einmal wegen Trunkenheit den Führerschein verloren hat.

    Falsche Angaben im Lebenslauf: Kündigung und Anzeige drohen

    Eines raten Arbeitsrechtler zu bedenken: Dem Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf folgt - wenn es gut geht - ein Bewerbungsgespräch. Spätestens dann könnten Lügen auffliegen. Die Chancen, den Job zu bekommen, sinken so erheblich.

    Werden die falschen Angaben erst nach der Einstellung aufgedeckt, kann das zu einer fristlosen Kündigung führen. Der Arbeitgeber könnte das Arbeitsverhältnis auch wegen arglistiger Täuschung anfechten. Und im schlimmsten Fall droht sogar eine Anzeige wegen Betrugs, wenn zum Beispiel Zeugnisse gefälscht wurden.

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